Adi Hütter von Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt muss den Schock des Abgangs von Adi Hütter wegstecken und den Fokus auf Borussia Mönchengladbach legen. Der Trainer verspricht Historisches und setzt auf Normalität. Personell gibt es Fragezeichen.

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Natürlich ging es in der Pressekonferenz vor dem Spiel von Eintracht Frankfurt bei Borussia Mönchengladbach vordergründig um den Abschied von Trainer Adi Hütter. Rund sieben Wochen nach Hütters schon jetzt legendärer "Ich bleibe"-Aussage und zwei Tage nach der Bestätigung des Gegenteils versuchte sich der Österreicher an mehr oder weniger glaubhaften Erklärungsansätzen und unterstrich noch einmal, in seinen Augen alles richtig gemacht zu haben. "Ich bin kein Lügner", sagte er. Ein Satz, vier Worte. Und viele unterschiedliche Meinungen.

Hütter verspricht volle Konzentration

Klar ist aber, dass Hütter, die Eintracht und vor allem die Spieler diese von Hütter ausgelöste Unruhe möglichst schnell und möglichst umfänglich ausblenden müssen. Schon am Samstag (15.30 Uhr) steht das nächste Topspiel im Rennen um die Champions-League-Plätze an. Der Gegner, so will es das Schicksal oder ein geschickter Hinweisgeber an die Bild-Zeitung, ist Hütters zukünftiger Herzensverein Gladbach. "Das Spiel ist das gleiche, es hat nur für euch mehr Brisanz", fasste Hütter etwas naiv zusammen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht kämpft in Gladbach um Punkte und gegen die Unruhe

Collage: Eintracht-Trainer Adi Hütter im Vordergrund, das Logo von Borussia Mönchengladbach im Hintergrund.
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Nun ist es müßig darüber zu diskutieren, ob und wie sehr sich die Profis mit der beruflichen Zukunft ihres Übungsleiters auseinandersetzen. Die Vorbereitung auf die vorentscheidende englische Woche wurde durch Hütters Flirt inklusive Blitz-Vermählung mit der Konkurrenz aber so oder so erheblich gestört. "Als ich die Mannschaft am Montag informiert habe, waren da schon viele Emotionen dabei. Der Trainingstag war für viele nicht einfach", gab Hütter zu. Er selbst sei nun aber noch hungriger als zuvor, die Mannschaft habe nur das Spiel im Kopf. "Wir wollen alle Geschichte schreiben." Jetzt erst recht.

Sekt oder Selters

Rein sportlich ist die Ausgangslage für einen historischen Saisonausgang mit erstmaliger Qualifikation für die Champions League weiter rosig. Die Hessen haben sechs Spieltage vor Schluss sieben Punkte Vorsprung auf Borussia Dortmund und damit weiter alles selbst in der Hand. Sollte in den kommenden Spielen in Gladbach, gegen den FC Augsburg und gegen Leverkusen kein Desaster passieren, könnten schon in zehn Tagen in Frankfurt die Sektkorken knallen. Welche erdrutschartige Auswirkung eine Pleite bei Hütters neuem Club haben könnte, sollte aber auch jedem bewusst sein. Der Eintracht-Erfolg steht auf einem fragilen Fundament.

Hütter tat deshalb am Donnerstag alles dafür, möglichst viel Normalität auszustrahlen. Eine besondere Ansprache ans Team werde es ebenso wenig geben wie Veränderungen im Ablauf. Auch zusätzlichen Druck spüre er nicht. "Das ist ein wichtiges Spiel, das wir gewinnen wollen. Ich persönlich werde so sein wie immer", so Hütter. Passend dazu: Die Lobeshymnen auf den Gegner, der "sehr gefährliche Spieler" in seinen Reihen habe und in einem "mit Sicherheit sehr intensiven Spiel" gerne auf Umschaltmomente setze, hörten sich auch an wie immer.

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Hinteregger meldet sich zurück

Eine echte Neuerung könnte es hingegen in der Startelf der Eintracht geben: Abwehrchef Martin Hinteregger hat seine Oberschenkelprobleme überstanden und könnte nach seinem Comeback im Teamtraining auch sein Comeback in der Bundesliga feiern. Die endgültige Entscheidung soll am Freitag fallen. "Ich werde mich mit ihm unterhalten", so Hütter. Ein Fragezeichen steht derweil hinter den Einsätzen von Sebastian Rode und Amin Younes, die sich beide noch mit Wehwehchen herumplagen und eine Trainingspause einlegen mussten.

So oder so: Im Mittelpunkt des Interesses wird am Samstag definitiv Hütter stehen. Der Österreicher muss seinen Worten Taten folgen lassen und die Mannschaft trotz aller Störgeräusche optimal auf die Partie vorbereiten. Wenn ihm das gelingt, steht die Tür zur Königsklasse weit offen. Dann könnte auch schnell wieder Ruhe einkehren. Wenn nicht, droht eine spannende Woche. "Das Wichtigste ist, dass ich mit der Mannschaft etwas Historisches erreichen kann", schloss Hütter seine Ausführung ab. "Dann kann ich Frankfurt leichten Herzens verlassen." An diesem Punkt kann man nicht widersprechen.

Die mögliche Eintracht-Aufstellung gegen Gladbach

Sendung: hr1, 15.04.21, 16 Uhr