Die Frankfurter Arena in Regenbogenfarben

Das Frankfurter Stadion soll am Mittwoch zum Länderspiel gegen Ungarn in Regenbogenfarben erstrahlen - so kündigte es Eintracht-Vorstandssprecher Axel Hellmann auf Twitter an. Er rief alle Liga-Klubs zur Nachahmung auf, mittlerweile machen die ersten mit - auch der SV Darmstadt 98.

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hessenschau vom 22.06.2021
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Angesichts des UEFA-Verbots für eine Beleuchtung der Münchner EM-Arena in Regenbogen-Farben wollen zumindest andere deutsche Stadionbetreiber Zeichen setzen. So sollen mehrere Fußball-Arenen in Deutschland, unter anderem in Frankfurt, am Mittwoch während der EM-Partie der deutschen Mannschaft in München gegen Ungarn bunt erstrahlen.

"Wenn München am Mittwoch nicht darf, dann müssen eben die anderen Stadien im Land Farbe bekennen. Auf jetzt, Kollegen in der Liga", twitterte Eintracht Frankfurts Vorstandssprecher Axel Hellmann in der Nacht zum Dienstag. Der Club-Boss kündigte an: "Der Deutsche Bank Park schaltet zum Spiel gegen Ungarn den Regenbogen an. Das Waldstadion bleibt bunt." Ähnliches ist für das Kölner Bundesliga-Stadion geplant, wie ein Sprecher der Kölner Sportstätten dem WDR bestätigte.

Darmstadt 98 macht mit

Am Dienstagmittag kündigte auch der SV Darmstadt 98 an, das Stadion am Böllenfalltor mit Regenbogenfahnen zu versehen. "Natürlich sind wir dabei! Ab morgen früh wehen am Merck-Stadion am Böllenfalltor Regenbogen-Flaggen", twitterten die Lilien. "Aber ganz wichtig: Auch an allen anderen 364 Tagen im Jahr ist es essentiell, dass wir alle uns gegen Homophobie und Diskriminierung generell einsetzen. Immer und jederzeit."

Der "Spiegel" berichtet am Dienstagmittag, dass sich neben Frankfurt, Darmstadt und Köln auch Berlin, Mainz, Wolfsburg und Augsburg an der Aktion beteiligen und ihre Arenen bunt erstrahlen lassen wollen.

Uefa lehnt Münchner Antrag am Dienstag ab

Zuvor hatte sich der Münchner Stadtrat in einem fraktionsübergreifenden Antrag dafür ausgesprochen, die EM-Arena in Fröttmaning zum Gruppenspiel Deutschland gegen Ungarn am Mittwoch in Regenbogenfarben zu beleuchten. Die UEFA lehnt das aber ab, wie sie am Dienstag mitteilte: "Die UEFA ist gemäß ihrer Satzung eine politisch und religiös neutrale Organisation. Angesichts des politischen Kontextes dieses speziellen Antrags – eine Botschaft, die auf eine Entscheidung des ungarischen nationalen Parlaments abzielt – muss die UEFA diesen Antrag ablehnen", hieß es vom Verband.

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Die UEFA ergänzte, sie habe "der Stadt München dennoch vorgeschlagen, das Stadion entweder am 28. Juni – dem Christopher Street Liberation Day – oder zwischen dem 3. und 9. Juli, der Christopher Street Day-Woche in München, in den Regenbogenfarben zu beleuchten." Das letzte EM-Spiel in München findet am 2. Juli statt.

Ursprung des Protestes ist ein ungarisches Gesetz

Hintergrund des Protestes ist ein Gesetz, das die Informationsrechte von Jugendlichen im Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität einschränkt und das erst am Dienstag vom ungarischen Parlament gebilligt wurde. Das Gesetz gilt als besonderes Anliegen von Ministerpräsident Viktor Orban. Entsprechend laut war die Forderung nach einem klaren Zeichen bei der Fußball-EM in Deutschland geworden.

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