Collage:Rebic, Hütter und Salcedo
Ante Rebic, Adi Hütter und Carlos Salcedo (v. li.) Bild © Imago / Collage: hessenschau.de

Die Frankfurter Eintracht verliert nicht nur in Berlin, sie ärgert sich auch über die (Video-) Schiedsrichter und muss sich schon wieder an ein neues Gefühl gewöhnen. Eine Zusammenfassung in fünf Punkten.

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Eintracht Frankfurt ist nach furiosen Wochen endgültig aus dem Tritt gekommen. Das Team von Trainer Adi Hütter kassierte durch das 0:1 (0:1) bei Hertha BSC die zweite Bundesliga-Niederlage in Folge und verlor vorerst den Anschluss nach ganz oben. Marko Grujic erzielte in der 40. Spielminute den einzigen Treffer der Partie.

Ein Spiel, zwei Aufreger

War es Glück für Berlin oder Pech für die Eintracht? Fakt ist: In der 87. Minute entschied Schiedsrichter Daniel Schlager nicht auf Strafstoß, als Grujic Luka Jovic zu Boden zog. Auch Video-Assistentin Bibiana Steinhaus intervenierte nicht. Eine Fehlentscheidung. "Was mich ärgert, ist, dass man in Köln überhaupt nicht eingegriffen hat", kritisierte Hütter.

"Wir wurden benachteiligt. Das sind die Entscheidungen, bei denen ein Spiel auch unentschieden ausgehen kann." Ähnliches gilt aus Trainer-Sicht für eine strittige Szene zwischen Berlins Marvin Plattenhardt und Frankfurts Jonathan de Guzmán unmittelbar vor dem 0:1, für die Hütter lieber einen eigenen Freistoß statt einer gegnerischen Ecke gesehen hätte. Klare Tendenz allerdings: normale Zweikampfhärte, richtige Entscheidung.

Erstmals torlos

Daran müssen sich Spieler, Verantwortliche und Fans erst einmal gewöhnen: Zum ersten Mal in dieser Saison blieb die Eintracht in einem Bundesligaauftritt ohne eigenen Torerfolg. "Das ist auch für uns etwas Neues", sagte Hütter hinterher. "Es fehlte das Quäntchen Glück, der letzte Pass, die letzte Entscheidung. Die Entschlossenheit vor dem Tor. Die ist nicht da, deswegen schießen wir auch kein Tor."

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Einen Nachbericht zur Eintracht-Niederlage in Berlin sehen Sie am Sonntag ab 22.05 Uhr in heimspiel! Bundesliga. Am Montag (23.15 Uhr) ist Ex-Profi Ansgar Brinkmann zu Gast im Studio.

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Komisch, werden die einen sagen – schließlich präsentierte sich Frankfurt mit bislang 46 Treffern in Liga, Europa League und Pokal äußerst torhungrig. Es hatte sich angedeutet, werden die anderen sagen – immerhin war die Chancenverwertung bereits nach den Spielen gegen Olympique Marseille (4:0) und den VfL Wolfsburg (1:2) ein Diskussionsthema.

Salcedo gleich mittendrin

Die Defensive ist in dieser Saison die Eintracht-Abteilung mit der mitunter größten personellen Fluktuation. Der längste Ausfall ist der von Flügelspieler Timothy Chandler (Knie), der jüngste der von Innenverteidiger David Abraham (Wade). Da trifft es sich gut, dass Carlos Salcedo endlich wieder eine Option ist. Der Mexikaner war selbst rund drei Monate verletzt (Syndesmose) und feierte in Berlin sein Comeback. Das Fazit: In puncto Ballbesitzphasen (82) und angekommene Pässe (60) landete er unter allen Profis auf dem Feld die Bestwerte. Nicht ausgeschlossen, dass Salcedo auch in den kommenden Partien den zuletzt glücklosen Marco Russ ersetzen wird.

Der Glitzerstaub ist weg

Ohne Zweifel: Ein Vergleich zwischen der 3:1-Pokalsensation gegen den FC Bayern und einem Bundesliga-0:1 bei Hertha BSC verbietet sich nahezu. Dennoch hatten sich die Hessen ihre Rückkehr ins Berliner Olympiastadion sicherlich ganz anders vorgestellt. Der Glitzerstaub vom 19. Mai ist längst verflogen – und das bekam selbst Ante Rebic zu spüren. Damals noch mit zwei Toren gefeierter Pokalheld, kam der bullige Offensivakteur an diesem 14. Bundesligaspieltag nicht wirklich in Fahrt.

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Rebic absolvierte zwar die drittmeisten Sprints (27) aller Frankfurter und gab die zweitmeisten Torschüsse ab (drei), er gewann bis zur seiner Auswechselung (72.) aber auch nur zwei Zweikämpfe, verzeichnete gerade einmal 27 Ballbesitzphasen und spielte die drittmeisten Fehlpässe (acht). Auch seine "Büffelherden"-Kollegen aus dem Sturm, Luka Jovic und Sébastien Haller, strahlten erneut nicht ihre sonst gefürchtete Torgefahr aus. Es ist nur logisch, dass der Eintracht-Höhenflug der vergangenen Wochen nicht ewig weitergehen konnte. Die Spiele gegen Wolfsburg und in Berlin zeigen aber auch: Zumindest in der Bundesliga stellen sich die Gegner offenbar immer besser auf das Frankfurter System ein.   

Reaktion? Ja, aber…

Eine Reaktion zeigen. Allen beweisen, dass die knappe 1:2-Heimniederlage gegen Wolfsburg nur ein Ausrutscher war. So der Plan der Hessen für den Kurztrip in die Hauptstadt. Ob das geklappt hat? Durchaus, findet Hütter. "Ich habe eine Mannschaft gesehen, die bis zum Schluss alles probiert hat", lobte er wie schon vor einer Woche Moral und Kampfgeist seiner Mannschaft. Weder Wolfsburg noch die Hertha hätten Frankfurt klar dominiert. Das stimmt.

Was aber auch stimmt: In den vergangenen Monaten hat sich die Eintracht eine derart gute Position erarbeitet, sodass die zweite Niederlage in Folge beim Blick auf die Tabelle zumindest etwas schmerzt. Berlin hat durch das 1:0 zu Frankfurt aufgeschlossen, hat nun genauso viele Punkte (23) und liegt als Sechster nur wegen der Tordifferenz einen Platz hinter der Eintracht. Die wiederum hat den Sprung zurück auf die Champions-League-Ränge verpasst und stattdessen den Anschluss nach ganz oben vorerst verloren.

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Dabei hatte die Leipziger 0:3-Niederlage in Freiburg das Hütter-Team förmlich dazu eingeladen, sich wieder an der Konkurrenz vorbeizuschieben. Dafür hätte es aber an die "Leistungsgrenze" gehen müssen, wie der Coach sagte. Die nächste Gelegenheit dazu haben Rebic und Co. am kommenden Sonntag gegen Leverkusen. Das Europa-League-Spiel bei Lazio Rom am Donnerstag darf der Gruppensieger getrost als Schaulaufen betrachten.

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Hertha BSC - Eintracht Frankfurt 1:0 (1:0)

Berlin: Jarstein, Lazaro, Lustenberger, Torunarigha, Plattenhardt, Maier (90. Skjelbred), Grujic, Leckie, Kalou (64. Mittelstädt), Selke, Ibisevic (80. Duda)  

Frankfurt: Trapp - Salcedo, Hasebe, Ndicka - da Costa (81. Müller), de Guzman, Fernandes (72. Willems), Kostic - Rebic (72. Gacinovic) - Haller, Jovic  

Tore: 1:0 Grujic (40.)
Gelbe Karten: Selke / -  

Schiedsrichter: Schlager (Hügelsheim) 
Zuschauer: 42.578

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