Lewandowski trifft gegen die Eintracht

Die Frankfurter Eintracht bangt vor dem Auswärtsspiel am Samstag beim FC Bayern um David Abraham. Ein Ausfall des Kapitäns würde die Hessen gleich doppelt treffen. Trainer Adi Hütter bleibt dennoch zuversichtlich.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht-Pressekonferenz mit Adi Hütter vor dem Bayern-Spiel

Adi Hütter
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Dass die Frankfurter Eintracht die Reise zum Auswärtsspiel beim FC Bayern mit einem Spieler mehr antritt, hat nichts mit einer etwaigen DFL-Sondergenehmigung zur Erhöhung der Chancengleichheit in der Bundesliga zu tun. Auch die Partie am Samstag (15.30 Uhr) in der Münchener Allianz-Arena wird im gewohnten Modus elf gegen elf angepfiffen werden. Fraglich ist nur, ob David Abraham mit auf dem Feld stehen wird.

Dem Eintracht-Kapitän macht eine Sehnenreizung an der Kniekehle zu schaffen. "Es ist eine unangenehme Sache, die man eventuell noch beheben kann", sagt Trainer Adi Hütter, der auf einen kurzfristigen Einsatz des Argentiniers hofft und deshalb die Reisegruppe kurzerhand erweiterte. Mit seiner Schnelligkeit und Erfahrung wäre der Abwehrmann gerade gegen die bayerische Torfabrik ein wichtiger Faktor im Frankfurter Spiel. Evan Ndicka und der junge Tuta bringen als Alternativen zwar viel Talent, aber auch deutlich weniger Abgezocktheit mit. Und genau darauf wird es in München ankommen.

Nicht zu defensiv

"Wir wissen natürlich, dass Bayern der klare Favorit ist", sagt Hütter trotz tabellarischer Topspiel-Konstellation zwischen den zweitplatzierten Münchenern und den nur um einen Punkt und zwei Ränge dahinter liegenden Hessen. Von Augenhöhe ist dieses Spiel aber nicht zuletzt durch einen Blick auf die Statistik weit entfernt: Aus den letzten 15 Spielen bei den Bayern holte die Eintracht gerade mal einen von 45 möglichen Punkten - die vergangenen elf Partien wurden allesamt verloren.

"Das ist für mich sicherlich momentan die beste Mannschaft der Welt", zollt Hütter dem Triple-Sieger den gebührenden Respekt. Kampflos, das ist klar, wolle man sich dennoch nicht geschlagen geben. "Es ist wichtig, dass wir versuchen, unser eigenes Spiel durchzuziehen", fordert der Coach eine couragierte Leistung. Unangenehm sein, in die Zweikämpfe kommen und nach vorne Nadelstiche setzen, lauten die Vorgaben des Österreichers. Es reiche nicht, nur den sprichwörtlichen Mannschaftsbus vor dem eigenen Tor zu parken. "Die würden auch bei zwei Bussen immer noch eine Lücke finden", meint Hütter: "Wenn wir zu passiv sind, wird es nicht angenehm werden."

Younes vorerst auf der Bank

Allen voran Robert Lewandowski gilt es, irgendwie zu stoppen - eine Aufgabe, die vornehmlich Martin Hinteregger verrichten dürfte. "Er ist jemand, der sich an solchen Spielern sehr gerne misst", weiß Hütter um die Qualitäten seines Landsmanns. Ob daneben mit einer Dreier-, Vierer- oder Fünferkette verteidigt wird, ließ der Coach noch offen. Wird Kapitän Abraham fit, könnte auch Hinteregger den Libero-Part von Makoto Hasebe in der bewährten Dreierkette übernehmen. Der Japaner ist bei einer tiefstehenden Abwehr als Stratege nicht ganz so gefragt. Gleich zwei neue Innenverteidiger dürfte Hütter bei einem Ausfall Abrahams aber nicht einbauen wollen.

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Mögliche Aufstellungen

Eintracht: Trapp - Hinteregger, Hasebe, Ndicka - Rode, Ilsanker - Zuber, Kamada, Touré - Dost, Silva

Bayern: Neuer - Pavard, Boateng, Süle, Hernandez - Kimmich, Goretzka - Coman, T. Müller, Douglas Costa - Lewandowski

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Weitaus weniger Rätselraten gibt es aktuell bei der Offensivbesetzung. Almamy Touré hat sich durch starke Leistungen auf dem rechten Flügel ebenso festgespielt wie der längst nicht so auffällige Steven Zuber auf links. Der Schweizer vertritt dort weiterhin den verletzten Filip Kostic, der schon im nächsten Heimspiel gegen Werder Bremen wieder eine Alternative werden könnte. Zusätzlichen Druck bekommt Zuber von Amin Younes. "Ich bin mit seiner Entwicklung sehr zufrieden", sagte Hütter über den Napoli-Neuzugang, schloss einen Einsatz in der Startelf aber vorerst noch aus.

Ganz vorne sollte auch gegen die Bayern das erfolgreiche Angriffstrio Daichi Kamada, Bas Dost und André Silva wirbeln. Alle drei haben in dieser Saison schon jeweils vier Scorerpunkte auf dem Konto. "Trotzdem habe ich das Gefühl, dass immer noch Luft nach oben ist", meint Hütter fordernd.

Tabellenspitze winkt

Immerhin fahren die Hessen ungeschlagen und mit dem Selbstvertrauen von saisonübergreifend sechs Auswärtsspielen ohne Niederlage nach München. Damit das so bleibt, ist ein "absoluter Sterntag" nötig, wie es Hütter formuliert. Dass dem Sieger des Duells - je nach Abschneiden der Konkurrenz - sogar die Tabellenspitze winkt, kann speziell für die Eintracht als zusätzliche Motivation herhalten. Einen solchen Sterntag erlebten die Hessen nämlich letztmals im August 1999.