Jubel mit Pokal und Bier: Die Freude beim TSV Steinbach ist riesig.

Der hessische Fußball bereitet sich auf eine Rückkehr in den Spielbetrieb vor. Im Landespokal sollen im August ein offenes Halbfinale und das Finale stattfinden – idealerweise vor Zuschauern.

In gut einem Monat soll der Ball endlich wieder rollen: Mit der Austragung offener Partien im Landespokal will der Hessische Fubball-Verband (HFV) ab Mitte August in den durch die Coronakrise unter- bzw. abgebrochenen Spielbetrieb zurückkehren.

Den Anfang soll am 15. August – einem Samstag – das noch offene Hessenpokal-Halbfinale zwischen dem FC Gießen und dem TSV Steinbach Haiger machen. Beide Vereine einigten sich am Donnerstag während einer Sitzung in Grünberg darauf, das ursprünglich für den 8. April vorgesehene Match ab 15.30 Uhr nachzuholen.

Gespielt wird, wo mehr Zuschauer Platz finden

Wo das Spiel der Regionalliga-Konkurrenten stattfindet, ist noch offen. Gießen hat prinzipiell Heimrecht, das Mittelhessen-Derby könnte aber auch am Haarwasen in Haiger ausgetragen werden – "weil dort unter den derzeit geltenden Hygienebestimmungen wohl mehr Zuschauer Platz finden würden", heißt es in einer Mitteilung des TSV. Die Entscheidung trifft allein der FCG.

Seit dem 6. Juli sind in Hessen wieder bis zu maximal 250 Zuschauer auch bei Sportwettkämpfen erlaubt. Das altehrwürdige Gießener Waldstadion ist seit rund einem Jahr auf die Anforderungen des Regionalliga-Fußballs ausgelegt. Steinbach Haiger, Hessenpokal-Sieger 2018, kickt bereits seit der Saison 2015/16 in Deutschlands vierthöchster Spielklasse.

Hessenpokal: Im Finale wartet der FSV Frankfurt

Im Pokal-Endspiel, für das noch ein Austragungsort benannt werden muss, trifft der Gewinner des Halbfinals mit dem FSV Frankfurt auf einen weiteren Regionalligisten. Der frühere Zweitligist hatte sich in seinem Halbfinale am 11. März mit 2:0 gegen Hessenliga-Meister und Regionalliga-Aufsteiger Eintracht Stadtallendorf durchgesetzt. Das Finale soll nur eine Woche später am 22. August stattfinden – erneut vor einem großen TV-Publikum.

Die Landesverbände im Deutschen Fußball-Bund (DFB) haben sich laut einer Mitteilung vom Donnerstag darauf geeinigt, die fünfte Auflage des Finaltags der Amateure an jenem Samstag duchzuführen, "soweit es die behördlichen Verfügungslagen zur Eindämmung des Coronavirus in den jeweiligen Bundesländern zulassen". Die ARD plant, wie bereits in den vergangenen Jahren möglichst viele Landespokal-Endspiele in einer Konferenz live im Ersten zu übertragen. Ursprünglicher Termin wäre der 23. Mai gewesen.

Die genauen Sendezeiten befinden sich derzeit in der Abstimmung. Noch ist unklar, ob alle 21 Landesverbände am Finaltag der Amateure teilnehmen können, die Absprachen erfolgen mit der jeweiligen Landesregierung. Eine Freigabe durch die Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) liegt bereits vor. Eine Übersicht über teilnehmende Verbände und Endspiele soll es in den kommenden Tagen geben.

Die Pokalsieger der auslaufenden Saison 2019/20 sind für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals der Spielzeit 20/21 qualifiziert. Dort treffen sie auf einen Club aus der Bundesliga oder der 2. Bundesliga. Ob und in welchem Umfang Zuschauer zu den Endspielen zugelassen werden, ist noch offen. Aktuell gehen die Landesverbände davon aus, dass es zu unterschiedlichen Regelungen kommen wird – abhängig von den örtlichen Verfügungslagen.

"Lange fußballlose Durststrecke"

"Wir begrüßen das Vorhaben, trotz Einschränkungen die Pokalwettbewerbe gemeinsam unter dem Dach des Finaltags der Amateure auf sportlichem Weg zum Abschluss zu bringen und so dem Hessenpokal-Sieger die Teilnahme am DFB-Pokal-Wettbewerb zu ermöglichen", sagte HFV-Präsident Stefan Reuß. "Nach der langen fußballlosen Durststrecke freuen wir uns auf ein Highlight des hessischen Fußballs."

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