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Stellvertretend für den deutschen Frauenfußball betont Frankfurts Manager Siegfried Dietrich die Wichtigkeit einer Fortsetzung der wegen Corona unterbrochenen Saison. Sein Ziel: Die Runde zu einem sportlichen Ende bringen, ehe im Sommer die "Hochzeit" des 1. FFC mit der Eintracht ansteht.

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Siegfried Dietrich steht im Stadion am Brentanobad, er blickt in die Sonne, die über der Heimspielstätte des 1. FFC Frankfurt strahlt. "Bei dem Wetter kreist der Adler schon über dem Stadion", sagt der Manager des Frauenfußball-Bundesligisten in einem ARD-Interview über den bevorstehenden Zusammenschluss des mehrmaligen deutschen Meisters mit Eintracht Frankfurt.

"Wir sind total glücklich, dass wir die Fusion, diese Hochzeit, mit einem der professionellsten Vereine in Europa eingehen werden. Aber genauso glücklich wären wir, wenn wir unsere Mädels nochmal im FFC-Trikot spielen sehen könnten."

Hygienekonzept gilt für Männer- und Frauenfußball

Wegen der Corona-Krise ist freilich auch das Geschehen im Frauenfußball vorerst zum Erliegen gekommen, die Vereine der höchsten deutschen Spielklasse haben sich aber erst kürzlich für eine Fortsetzung der Saison ausgesprochen. Seit dieser Woche geht der Blick zum Profifußball der Männer, der unter dem Dach der Deutschen Fußball Liga (DFL) in Bundesliga und zweiter Liga ab dem 16. Mai in einen Wettkampfmodus mit Geisterspielen zurückkehren wird.

"Nach dem grünen Licht aus Berlin für den Männerfußball spricht nichts dagegen, dass wir im Sinne der Gleichberechtigung auch den Frauenfußball wieder ins Spiel bringen", sagt Dietrich. Das Hygiene- und Organisationskonzept, mit dem die DFL die Politik zu überzeugen wusste, sei sowohl für die Männer- als auch für die Frauen-Bundesliga geschrieben worden.

"Wir können diese Auflagen erfüllen"

Ob regelmäßige Testungen oder die rund einwöchige Vorbereitung mit Quarantäne-Charakter in einem Hotel: "Wir können diese Auflagen auch in der Frauen-Bundesliga erfüllen", versichert der FFC-Manager.

"Am besten wäre, wenn wir Ende Mai wieder anfangen können", sagt Dietrich. Dann nämlich hätte die Liga eine realistische Chance, alle verbliebenen Spiele bis Ende Juni über die Bühne zu bringen. Die Frankfurterinnen haben, wie die meisten Vereine auch, noch sechs Partien auf dem Zettel.

1. FFC Frankfurt: sechs Spiele bis zur Fusion?

Nach einem verheißungsvollen Restrundenstart mit drei Siegen aus den ersten drei Spielen des Jahres 2020 warten nun noch die Duelle mit Sand, Wolfsburg, Duisburg, Essen-Schönebeck und Hoffenheim. Das letzte Match, gewissermaßen das finale Kapitel in der Bundesliga-Historie des 1. FFC, soll dann im eigenen Stadion gegen Freiburg steigen. Ohne Zuschauerinnen und Zuschauer.

"Es ist extrem wichtig, dass auch die Frauen wieder in den Spielbetrieb kommen", sagt Dietrich. Wenn man sieht, wie die Öffnung in allen gesellschaftlichen Bereichen aktuell stattfindet, dann ist es vertretbar, dass der Ball wieder rollt – natürlich unter strengen Auflagen. Ich bin mir sicher, dass wir in den nächsten Tagen ein Signal bekommen."

DFB bekräftigt Wunsch nach Restart Ende Mai

Solch ein Signal von der Politik hätte sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB), der neben der Frauenfußball-Bundesliga auch die dritte Liga der Männer sowie die Pokal-Wettbewerbe organisiert, bereits in dieser Woche gewünscht. Dass Bund und Länder in ihren Beratungen am Mittwoch nur die DFL-Ligen und nicht wenigstens den DFB-Pokal berücksichtigt hatten, ließ beispielsweise Verbands-Vizepräsident Rainer Koch mit dem Urteil "unverständlich" zurück.

Immerhin: Der DFB-eigene Fahrplan ist unmissverständlich. "Wir haben ein Szenario vor, in dem wir bei den Frauen Ende Mai einsteigen können", bekräftigte Heike Ullrich, DFB-Direktorin für Frauen- und Mädchenfußball. Der Verband hat am Freitag die Hygienekonzepte für die Fortsetzung seiner Wettbewerbe veröffentlicht. Vor seiner Hochzeit mit der Eintracht hofft der 1. FFC Frankfurt also nicht ohne Grund auf einen sportlichen Polterabend.