Geraldine Reuteler vom FFC Frankfurt

Nach den Männern stehen auch die Frauen bald wieder auf dem Platz und kämpfen um Bundesliga-Punkte. FFC-Manager Dietrich spricht von einem "historischen Moment".

Die Frauenfußball-Bundesliga will ihre wegen der Coronavirus-Pandemie unterbrochene Saison ab dem 29. Mai fortsetzen. Das teilte der Deutsche Fußball-Bund nach einer Managertagung der zwölf Erstligisten mit.

"Die Rückkehr der Frauen-Bundesliga auf den Platz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einer Art Normalität im Fußball wie in der Gesellschaft", sagte DFB-Präsident Fritz Keller. Die Bundesliga nehme damit eine Vorreiterrolle im internationalen Frauenfußball ein.

Voss-Tecklenburg: "Unsagbar toll"

Martina Voss-Tecklenburg freute sich über die Entscheidung. "Es ist für mich als Trainerin natürlich unsagbar toll, wenn die Spielerinnen jetzt auf den Platz zurückkehren können. Denn wenn die Saison abgebrochen wird, dann haben wir im Worst Case fünf, sechs Monate, in denen die Spielerinnen keinen Wettkampfmodus hatten und auch im Trainingsbetrieb Defizite vorhanden sind, die man nicht so schnell aufholen kann", sagte die Bundestrainerin.

Siegfried Dietrich, Leiter der Tagung und zugleich Manager des 1. FFC Frankfurt, bezeichnet es als "historischen Moment, als erste europäische Profiliga der Frauen unter größtmöglichen Sicherheitsfaktoren für Spielerinnen und das Team um das Team herum wieder in den Spielbetrieb einsteigen zu können."

Corona-Tests und strenge Hygienevorgaben

Dietrich dankte zudem den vier Champions-League-Teilnehmern Bayern München, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und RB Leipzig. Sie hatten für die Frauen-Bundesliga und die 3. Liga 7,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Davon sollen zunächst die ansonsten durch die Clubs zu tragenden Kosten für die Corona-Tests gezahlt werden. Der Restbetrag soll ohne Abzüge an die Clubs zur Unterstützung für die Durchführung der weiteren Saisonspiele ausgezahlt werden.

Der Wiederbeginn der Frauen-Bundesliga soll von strengen Hygienevorgaben, engmaschigen Testungen sowie kontinuierlichem Monitoring begleitet werden. Das Konzept soll sich lediglich in organisatorischen Nuancen vom Konzept für die beiden Ligen der DFL unterscheiden. So sollen angesichts kleinerer Arenen nur rund 130 Personen pro Spiel im Stadion sein.

Freitagsspiel für den FFC

Für die Spielerinnen des 1. FFC Frankfurt geht es direkt am 29. Mai los: Die Mannschaft von Trainer Niko Arnautis spielt um 19.15 Uhr gegen Sand. Das Saisonfinale ist wie bei den Männern am 28. Juni geplant.