Fußballprofi Anthony Jung stammt aus Hessen und spielt seit 2017 bei Brøndby IF in Dänemark. Die Fans wollen den Verteidiger nun mit besonderen Mitteln dazu bringen, seinen Vertrag zu verlängern.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Jung: "Sehr kreativ und sehr lustig"

Anthony Jung im Trikot von Brøndby IF
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Eigentlich taucht die Band Alphaville nicht allzu oft auf der Playlist von Anthony Jung auf. "Ich bin eher ein Hip-Hop-Hörer", so der Fußballer, der aktuell für Brøndby IF in Dänemark spielt, im Gespräch mit dem hr-sport. "Ich höre aber auch gerne Achtziger und Neunziger, da ist es nicht so weit weg." Inzwischen ist der größte Hit der Band in Dänemark allerdings untrennbar mit Jung verbunden, seit der Song "Forever Young" für ihn umgedeutet wurde.

Podcast-Aufruf löst kreative Welle aus

"#ForeverJung" lautete der Hashtag, den der Verein einst selbst aufgebracht hatte, als Jung 2018 nach seiner Leihe aus Leipzig fest nach Dänemark gewechselt war. In den vergangenen Wochen griffen die Fans ihn wieder auf und hievten ihn zwischenzeitlich sogar in die dänischen Twitter-Trends. Das Ziel der Brøndby-Anhänger: Jung, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, zum Bleiben zu bewegen. "Ich habe sehr viele Nachrichten bekommen. Es waren Videos dabei, Gesänge, sehr kreativ, sehr lustig", erzählt der 29-Jährige. "Ich habe mich wahnsinnig gefreut." Am Ende waren es zudem so viele Zuschriften, dass er sie gar nicht alle beantworten konnte.

Maßgeblich an der Aktion beteiligt war Journalistin Nanna Møller Karlsen, die in ihrem Podcast "BrøndbyLyd" dazu aufgerufen hat, den Hashtag zu benutzen - kurz darauf ging er online durch die Decke. Zunächst habe niemand gedacht, dass Jung beim Verein bleiben würde, weil er aus seinen Gedanken an eine Rückkehr nach Deutschland nie einen Hehl gemacht habe, erzählt sie. "Als klar wurde, dass Brøndby ihm ein neues Angebot gemacht hat und er sich sehr geschmeichelt fühlt, dachte ich: Warum sollten wir ihn nicht wissen lassen, dass die Fans ihn behalten wollen?"

An seiner Wand hängt ein Wiesbaden-Plakat

Ob die Fans ihren "Tony" auch in der kommenden Saison in Dänemark erleben können, steht allerdings noch in den Sternen. Ein bisschen Heimweh nach Deutschland scheint beim Verteidiger nämlich schon durch. Seine schwangere Frau ist aktuell daheim bei der Familie, in Jungs Wohnung etwas außerhalb von Kopenhagen hängt ein großes Plakat seiner Heimat Wiesbaden, wo er einst auch fußballerisch groß wurde. "Einerseits weiß man, was man hier hat, andererseits würde man sich doch gerne noch mal irgendwo in Deutschland sehen. Da gilt es jetzt einfach abzuwägen, was für uns richtig ist."

Sein Weg führte ihn einst aus der Jugend der SV Wehen Wiesbaden in die von Eintracht Frankfurt, später zog er weiter zum FSV Frankfurt und anschließend zu RB Leipzig. Durch Trainer Alexander Zorniger kam Jung 2017 zu Brøndby, gleich in seiner ersten Saison in Dänemark gewann der Club den nationalen Pokal. Nun ist Zorniger längst nicht mehr am Ruder und auch Stars wie Teemu Pukki oder Hany Mukhtar spielen schon lange nicht mehr im Kopenhagener Vorort.

Erste Meisterschaft seit 16 Jahren?

In einer Mannschaft, die mit Nachwuchstalenten aus dem eigenen Verein gespickt ist, ist Jung inzwischen Führungsspieler und Fanliebling. "Zu Beginn wurde er viel kritisiert. Aber inzwischen spielt er auf einer neuen Position als linker Verteidiger im 3-5-2, da ist er regelrecht aufgeblüht", erzählt Nanna Møller Karlsen. "Seitdem spielt er auf einem wahnsinnig hohen Niveau und ist meiner Meinung nach einer der besten der Liga. Wenn er bleibt, hat er das Potenzial, hier Kapitän und ein sehr wichtiger Spieler der kommenden Jahre zu werden."

Eine Entscheidung will Jung in den kommenden Wochen fällen. Sie hängt auch davon ab, ob es für ihn ein attraktives Angebot aus Deutschland geben wird. "Realistisch wäre natürlich die zweite Liga, aber es muss dann schon ambitioniert sein." Zuvor könnte er aber mit Brøndby Historisches schaffen: Das Team steht aktuell an der Spitze der dänischen Superliga, bald geht es in die Meisterschaftsrunde, der erste Ligatitel seit 16 Jahren scheint greifbar. "Natürlich wäre es ein Traum, mit diesem Verein hier Meister werden zu können", sagt Jung. In diesem Fall würden ihm die Fans sicherlich weitere Songs widmen - selbst, wenn es ihn dann wirklich zurück nach Deutschland zieht.

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