"Schotte" Trimhold starb im Alter von 80 Jahren.

Eine Frankfurter Fußball-Größe ist tot: Horst "Schotte" Trimhold spielte für die Eintracht und wurde beim FSV zur Legende. Nicht nur seine Schüsse saßen, sondern auch seine Sprüche.

Eine Frankfurter Fußball-Größe ist gestorben: Horst "Schotte" Trimhold starb im Alter von 80 Jahren in Hanau. Mit der Eintracht stand er im Pokalfinale, den FSV schoss er zur Amateurmeisteschaft. Der Mann, den sie immer "Schotte" riefen, wurde zum Wahl-Hessen, war aber eigentlich Ruhrpottler.

Trimhold wurde 1941 in Essen geboren. Mit Schwarz-Weiß Essen gewann er 1959 den Pokal und bekam dort auch seinen Spitznamen verpasst. Weil Trimhold lange auf die Auszahlung seines ersten Gehalts warten musste, verschob er seinen Einstand bei seinen Mannschaftskollegen. Erst nach dem Pokalsieg spendierte er "drei Tafeln Schokolade", wie er lakonisch erzählte. So tauften ihn die Kollegen mit einem Augenzwinkern "Schotte" als Ausweis für besonders sparsame Menschen.

250 Mark Prämie - 200 gehen an die Eltern

Die Anekdote täuscht aber: Trimhold war bei seinen Kollegen für sein sonniges Gemüt hoch geschätzt. Und auch Geiz konnte man ihm nicht nachsagen: Die Prämie von 250 Mark für den Pokalsieg behielt er nicht für sich. 200 Mark musste er seinen Eltern abgeben, bei denen er noch wohnte. Für den Rest lud er seine ganze Familie ins Kino ein.

Da das Geld knapp war, machte es Trimhold auch nicht viel aus, dass das Endspiel direkt nach Weihnachten stattfand: "Besondere Maßregeln gab es nicht vom Trainer, es hat auch kein Spieler gefragt, ob er nun Gans essen dürfe oder nicht. Wir waren eine große Familie mit fünf Kindern und hatten sowieso nicht so viel zu essen", sagte er in einem Bericht auf der DFB-Website.

Mit der Eintracht im Pokalfinale

1962 absolvierte Trimhold sein einziges Länderspiel. Beim 3:2-Sieg gegen Jugoslawien lief er 77 Minuten mit dem Adler auf der Brust auf. Mit Beginn der Bundesliga wechselte Trimhold zur Frankfurter Eintracht und zog bereits 1964 ins Pokalfinale ein. In Frankfurt schoss er in 71 Spielen 15 Tore und wurde zum Spielgestalter.

1966 ging es für Trimhold dann zurück in den Kohlenpott, er wechselte zum amtierenden Europapokalsieger Borussia Dortmund. Doch schon fünf Jahre später war Trimhold wieder in Frankfurt: Nun spielte er für den FSV und wurde zur Legende des Klubs.

Tor zur Meisterschaft in der letzten Minute

1972 erzielte er das entscheidende Tor zum 2:1-Sieg in der 90. Minute und machte die Frankfurter zum Deutschen Amateurmeister. Trimhold führte den Klub bis 1975 sogar bis in die Zweite Bundesliga. Er wurde zum Ehrenspielführer ernannt. "Sein Tod ist eine sehr traurige Nachricht für den ganzen FSV", sagte Präsident Michael Görner am Donnerstag. "Der ,Schotte' hatte stets einen Spruch auf den Lippen."

Nach seiner Laufbahn arbeitete Trimhold beim DFB als "Hausdrucker" und leitete eine Druckerei in Hanau. In den vergangenen Jahren hatte Trimhold immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Nach Angaben seiner Familie ist er nun friedlich eingeschlafen.