Das Eintracht-Stadion vor dem Spiel gegen Limassol

In fünf Jahren steigt nach der WM 2006 das nächste Fußball-Großereignis in Deutschland: die EM 2024. Ein Austragungsort ist Frankfurt. Die Vobereitungen in der Main-Metropole laufen bereits jetzt.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Vobereitungen für EM 2024 laufen bereits jetzt

Im November überraschte CDU-Politikerin Bernadette Weyland Opposition und eigenes Lager mit ihrer Idee, das Stadion an die Eintracht zu verkaufen. Während sich Vorstandsmitglied Axel Hellmann sofort für diesen Vorschlag öffnete, äußerte Sportdezernent Markus Frank erhebliche Zweifel. Realistisch erschien Weylands Vorschlag mitten im Wahlkampf zur Frankfurter Oberbürgermeisterwahl daher nicht.
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Die Fußball-EM 2024 soll keine Kopie der gelungenen Weltmeisterschaft von 2006 werden - aber ein ebenso großer Erfolg. "Wir wollen kein Sommermärchen 2.0, sondern wir wollen etwas Neues schaffen", sagt Georg Kemper, Leiter der Stabsstelle zur Vorbereitung der Spiele am Standort Frankfurt. Fünf Jahre sind noch Zeit bis zum Anpfiff. "Man sollte die Zeit wirklich gut nutzen. Ich bin froh, dass wir die fünf Jahre noch haben", erklärt er.

Schließlich sei vieles noch nicht festgelegt und entschieden - etwa die Anzahl der Partien, die zwischen dem 14. Juni und 14. Juli 2024 in der Main-Metropole ausgetragen werden sollen, oder die Anstoßzeiten und konkreten Paarungen. "Wir gehen davon aus, dass wir vier Gruppenspiele und vielleicht ein Viertelfinale bekommen", sagt Kemper. Wer wann gegen wen spielt, wird frühestens im Herbst 2023 feststehen. Klar ist aber, dass der Spielplan Relevanz für Sicherheit, Verkehr und Unterkünfte hat. "Italien gegen England wäre ein anderes Match als Malta gegen Estland", so Kemper.

"Die UEFA zahlt die marktübliche Miete"

Fest steht bereits, dass die Europäische Fußball-Union eine Miete für die Commerzbank-Arena zahlen wird. Im Gegenzug darf der Name der Heimstätte des Bundesligisten Eintracht Frankfurt wegen des Schutzes der UEFA-Sponsoren - anders als beim Sommermärchen 2006 - für die Zeit der EM nicht verwendet werden. "Das hat der Weltverband FIFA nicht getan. Die UEFA zahlt die marktübliche Miete", berichtet Kemper.

Dennoch wird der Fußball-Spaß die Stadt Frankfurt, die eine von zehn EM-Orten ist, viel Geld kosten. Mit den zunächst veranschlagten zehn bis zwölf Millionen Euro wird man wohl nicht auskommen. "Die Summe muss bis 2024 hochgerechnet werden", sagt der Diplom-Sportökonom. Dabei seien vor allem die nicht absehbaren Sicherheitsanforderungen ein gewichtiger Faktor. Dennoch erwartet Kemper kein Defizit: "Unter dem Strich werden wir mit schwarzen Zahlen rausgehen."

Ort des Public Viewings noch unklar

Offen sind auch noch andere wichtige Fragen wie die nach einer eigenen Eröffnungsfeier in Frankfurt, die bei der WM 2006 von Sponsoren finanziert wurde. "Wenn wir eine wollen, müssen wir wieder Klinken putzen gehen", betont Kemper. Vorher müsse aber geklärt werden, ob die UEFA überhaupt eine separate Feier wolle. Ebenso ungeklärt ist, wo das große Public Viewing für die Fans veranstaltet werden soll. Bisher gibt es dafür drei Vorschläge: den Goetheplatz, den Rathenauplatz oder ein Ort am Mainufer.

"Einen positiven Effekt" verspricht sich Eintracht Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic, der zugleich EM-Botschafter ist, für den Bundesligisten durch die geplante Modernisierung der heimischen Arena. Ein großer Videowürfel über dem Spielfeld und die Digitalisierung des Stadions sind konkrete Vorhaben. Zudem hofft der Verein auf den Ausbau und die Erhöhung der Zuschauerkapazität auf rund 60.000 Plätze. Für Bobic ist es schon jetzt "eine große Geschichte", dass Frankfurt ein Teil der EM ist. Dies werde "einen Push für den gesamten Fußball" bringen - auch für die Eintracht.

"Wir haben einen Ruf zu verteidigen"

Die Stadt und das Land hoffen durch das Event auf beste Werbung - so wie bei der WM. Nach dem großartigen Fußball-Sommer vor 13 Jahren wollen sie wieder etwas Großes auf die Beine stellen. "Wir haben einen Ruf von 2006 zu verteidigen", sagt Kemper. "Da liegt die Messlatte hoch."