Das Urteil ist gesprochen nach den Attacken auf einen Schiedsrichter.

Nach den Attacken gegen einen Schiedsrichter wurde der Verbandsligist Turabdin/Babylon Pohlheim vom Hessischen Fußballverband mit einer Geldstrafe und Punktabzug belegt. Große Hoffnung setzt das Sportgericht auf eine weitere Maßnahme.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Rainer Lach: "Es war ein Angriff, aber es war keine Tätlichkeit"

Schiedsrichter im Fußball Symbolbild
Ende des Audiobeitrags

Es war eine unübliche Marathonsitzung, die sich in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch in den Räumlichkeiten Hessischen Fußballverband über fünfeinhalb Stunden gestreckt hat. Dem FC Turabdin/Babylon Pohlheim wurden Attacken und Beleidigungen des Schiedsrichters im Rahmen einer Verbandsligapartie vorgeworfen.

Lach verteidigt Urteil gegen Pohlheim

Zehn Tage nach den Vorfällen stand das Urteil fest: Der Verein muss 800 Euro Strafe zahlen und die Verhandlungskosten übernehmen, zudem werden den Mittelhessen sieben Punkte, die durch besondere Maßnahmen noch auf vier Zähler reduziert werden können, abgezogen. Der Sportliche Leiter Christian Memmarbachi erhielt 500 Euro Geldstrafe und eine viermonatige Platzsperre. Das Spielverbot wurde aufgehoben, die ausgefallene Partie wird nachgeholt.

"Das Urteil ist kein gefühlter Sieg für Pohlheim", wies der Sportgerichtsvorsitzende Rainer Lach im Gespräch mit dem hr-sport den Vorwurf, Pohlheim sei mit einem "blauen Auge" davon gekommen, zurück. Die zentrale Frage bei diesem Fall sei gewesen, ob es tatsächlich einen tätlichen Angriff auf den Schiedsrichter, der sich zu dem Urteil nicht äußern wollte, gegeben habe: "War es ein gezielter Schlag, der den Schiedsrichter auch verletzt hat? Zu diesem Ergebnis sind wir nicht gekommen." Memmarbachi habe "spontan" und nicht etwa vorsätzlich gehandelt: "Es war kein gezielter Angriff, sondern der Vorfall hat sich aus der Situation heraus ergeben."

Es stand Aussage gegen Aussage

Die Aussagen von Pohlheim seien "ebenso glaubwürdig" wie die des Unparteiischen: "Wenn Aussage gegen Aussage steht, dann wäre der Fall bei einem ordentlichen Strafverfahren einzustellen. Im Sportgerichtsverfahren gibt es aber die Regelung, wonach der Bericht des Schiedsrichters einen besonderen Wert der Richtigkeit hat." Insgesamt habe das Urteil seine Richtigkeit: "Wir müssen so bestrafen, wie sich der Sachverhalt darstellt." Es gehe nicht darum, die Unruhen rund um die Schiedsrichter nun in diesem Fall zu nutzen und ein übertriebenes Strafmaß zu verhängen.

Der in der Vergangenheit schon auffällig gewordene Sechstligist steht aber auch nach der Urteilsverkündung weiter in der Pflicht. Obwohl fünf Ordner anwesend waren, griff keiner ein. "Die Vorgabe, den Schiedsrichter zu schützen, wurde nicht erfüllt", tadelte Lach. Das Problem seien die fehlenden Schulungen für Ordner: "Oftmals sind das Mitglieder, die bereit sind, das Leibchen anzuziehen. Wenn es ernst wird, stehen sie aber hilflos da."

Strafe könnte sich reduzieren

Pohlheim habe dies "eingesehen" und wolle in Zukunft, auch mit Hilfe des HFV, die Platzobermänner "schulen", damit diese bei ähnlichen Vorfällen eingreifen und für die richtigen Maßnahmen sorgen. Sollte eine Verbesserung eintreten, könnte die Strafe auf vier Zähler reduziert werden.