Es ist die drakonischste Strafe, die es je in unterklassigen Fußball-Ligen gegeben hat. Nach einer Massenschlägerei bei einem Hallenturnier in der Wetterau hat das Sportgericht der hessischen Verbandsligen hart durchgegriffen.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Harte Strafen nach Massenschlägerei bei Hallenturnier

Rote Karte
Ende des Audiobeitrags

Fliegende Fäuste, Tumulte und flüchtende Zuschauer: Die Bilder vom Futsal-Turnier in Nidda (Wetteraukreis) machten im Januar im Netz schnell die Runde. Das Zwischenrundenspiel zwischen der SG Büdingen und dem VfB Rodheim/Horloff eskalierte völlig. Drei Spieler sahen damals die Rote Karte. Nun hat das Sportgericht der hessischen Verbandsligen in Grünberg (Gießen) weitere Strafen verhängt.

Sechs Punkte werden dem Kreisoberligisten aus Büdingen und dem VfB Rodheim/Horloff in der Kreisliga B abgezogen. Beide Clubs müssen zudem 750 Euro Geldstrafe bezahlen. Zwei Rodheimer Spieler werden für sechs beziehungsweise acht Monate gesperrt, zwei Büdinger müssen für vier beziehungsweise acht Spiele aussetzen. Nie zuvor hat es in den unterklassigen Fußballligen bisher eine solch harte Strafe gegeben.

Konflikttraining zur Strafminderung

"Wir versuchen, die Vereine dazu anzuhalten, ein Konflikttraining zu machen", sagte Rainer Lach, der Vorsitzende des Sportgerichts, dem hr-sport. Nehmen die Clubs das Angebot an, könnten die Strafen und Sperren unter Umständen reduziert werden.

Videobeitrag

Video

zum Video Schlägerei bei Fußballturnier

hessenschau vom 27.01.2020
Ende des Videobeitrags

"Wir hatten auf ein etwas milderes Urteil gehofft, weil unsere Zuschauer nicht involviert waren", gab Lutz Eiser, der Vorsitzende des VfB Rodheim/Horloff zu. Allerdings wüssten seine Spieler genau, dass sie Mist gebaut haben. "Wir werden das Konflikt-Management-Seminar auf jeden Fall machen", kündigte Eiser an. Die Saison werde man "sportlich fair" zu Ende spielen. So wie sich das gehöre. "Wir wollen hier nicht mehr vor Gericht erscheinen", so Eiser.