Dogan von Hessenligist Walldorf

Am Wochenende endet in der Hessenliga die Rückrunde der Vorrunde. Was kompliziert klingt, ist gleichzeitig die Ouvertüre der im kommenden Jahr beginnenden Auf- und Abstiegsrunde. Wer dabei ist, wer noch zittert und wie es weitergeht? Ein Überblick.

Die Hessenliga ist für viele Fußball-Romantiker ein gerne gewählter Rückzugsort. Die fünfthöchste Spielklasse vereint den Charme des Amateursports mit den Ambitionen der ganz Großen. Gespielt wird meistens auf Rasen, hin und wieder sogar ansehnlich. Für einen Sieg gibt es drei Punkte und eine Kiste Bier. Wer am Ende oben steht, steigt auf. So sieht er aus: der ehrliche Fußball ohne viel Schnickschnack.

Corona macht es kompliziert

In diesem Jahr ist es wegen der Corona-Krise allerdings deutlich komplizierter. Aus einer Hessenliga sind zwei Hessenliga-Staffeln geworden. Dort, wo sonst die Hinrunde war, sind in diesem Jahr Hin- und Rückrunde. Dort, wo sonst die Rückrunde war, finden in dieser Saison die Auf- und Abstiegsrunde statt.

Und da am Wochenende der letzte Spieltag der Hinrunden-Rückrunde stattfindet und sich damit die Besetzung der Auf- und Abstiegsrunde entscheidet, lohnt ein genauer Blick auf den aktuellen Stand. Klar ist: Spannend ist sie, diese zweigeteilte Hessenliga.

Wie genau funktioniert der Modus?

Nach dem vorzeitigen Abbruch der Saison 2020/21 und der damit verbundenen Annullierung aller Auf- und Abstiege warteten im vergangenen Sommer insgesamt 22 Mannschaften mit einer Hessenliga-Startberechtigung auf den Beginn der Saison. Um eine XXL-Spielzeit zu vermeiden, teilte der Hessische Fußball-Verband nach Absprache mit den Vereinen die Liga in zwei gleichgroße Staffeln mit den Namen Südwest und Nordost, auch Gruppe A und Gruppe B genannt. Dort traten alle Teams zweimal gegeneinander an, am Wochenende steigt der letzte Spieltag.

Die jeweiligen fünf Bestplatzierten der beiden Staffeln spielen dann ab März in einer Zehner-Liga um den Aufstieg, die restlichen zwölf Mannschaften kämpfen gegen den Abstieg in die Verbandsliga.

Wichtig: Gespielt wird dann nur noch gegen Teams aus der anderen Staffel. Die bereits gewonnenen Punkte gegen Mannschaften aus der eigenen Staffel, die ebenfalls in der jeweiligen Auf- oder Abstiegsrunde sind, werden mitgenommen.

Wer ist wo schon sicher dabei?

Vor dem letzten Spieltag sind bereits neun Mannschaften sicher in der Aufstiegsrunde dabei, für neun Clubs hat der Abstiegskampf bereits begonnen.

Aufstiegsrunde:

  • Eintracht Stadtallendorf
  • Rot-Weiß Hadamar
  • FC Eddersheim
  • 1. FC Erlensee
  • SC Waldgirmes
  • SG Barockstadt Fulda-Lehnerz
  • SC Hessen Dreieich
  • FSV Fernwald
  • SV Neuhof

Abstiegsrunde:

  • KSV Baunatal
  • Hünfelder SV
  • Buchonia Flieden
  • FC Hanau 93
  • SV Steinbach
  • FV Bad Vilbel
  • Türk Gücü Friedberg
  • VfB Ginsheim
  • Bayern Alzenau

Wer muss noch zittern?

In der Gruppe A ist bereits alles gelaufen. Der Tabellenfünfte Neuhof hat zwar "nur" drei Punkte Vorsprung auf Verfolger Bayern Alzenau, ausschlaggebend ist bei Punktgleichheit aber der direkte Vergleich. Und den haben die Osthessen klar für sich entschieden (ein Sieg, ein Unentschieden).

In der Gruppe B haben hingegen noch vier Teams eine theoretische Chance auf Rang fünf: Walldorf hat mit 27 Punkten zwar die beste Ausgangslage, mit dem Zweitplatzierten aus Dreieich aber auch ein echtes Topteam zu Gast. Zeilsheim (26) trifft auf den direkten Konkurrenten Dietkirchen (24). Außerdem im Rennen: Griesheim (26), das beim Tabellenletzten Ginsheim antritt. Alle Partien werden am Samstag um 15.30 Uhr angepfiffen.

Wie viele Aufsteiger wird es geben?

Der Meister steigt direkt in die Regionalliga Südwest auf. Der Zweitplatzierte geht in die Aufstiegsrelegation.

Wie viele Absteiger wird es geben?

Hier wird es wieder etwas komplizierter, denn die Zahl der Absteiger richtet sich nach verschiedenen Faktoren und hängt von der Anzahl der Absteiger aus der Regionalliga und einem möglichen Erfolg in der Aufstiegs-Relegation ab. Klar ist nur, dass maximal sechs Teams absteigen und am Ende 18 Teams übrigbleiben werden.

Und nächstes Jahr?

Da soll alles wieder so laufen wie in der Vor-Corona-Zeit. Eine Liga, 34 Spieltage, kein Schnickschnack.