Amateurfußball Corona

Hessens Amateurfußballern droht eine verlorene Saison. Verbandspräsident Stefan Reuß hofft zwar weiter, zumindest die Vorrunde zu einem Ende zu bringen. Selbst das wird zeitlich aber nahezu unmöglich.

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Seit diesem Montag dürfen Hessens kleinste Kicker wieder dribbeln, grätschen und Tore schießen. Dank der von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) präsentierten Corona-Lockerungen ist das Fußballspielen für Kinder bis 14 Jahre wieder ohne Einschränkungen möglich. Spiele finden zwar noch nicht statt, der Trainingsbetrieb ist aber in vollem Gange. "Ich bin sehr dankbar, dass die Jugendlichen wieder auf den Platz können", fasste Stefan Reuß im hr-heimspiel! zusammen. Weitere gute Nachrichten konnte der Präsident des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV) jedoch nicht verkünden. Ganz im Gegenteil.

Von einer Rückkehr in die Amateurfußball-Realität können die älteren Jahrgänge und die Senioren nämlich weiter nur träumen. Fest steht: Bis zum 28. März bleiben die Bälle auf alle Fälle im Schrank, bei der aktuellen Pandemielage mit einer landesweiten Inzidenz über 50 wird der Restart definitiv nicht vor Ostern erfolgen. "Wir müssen jetzt ganz realistisch alle Optionen durchspielen", so Reuß. "Und eine Option ist die Annullierung der Runde." Hessens Fußballligen droht ein verlorenes Jahr.

Vier Wochen Vorbereitung müssen sein

Das Minimalziel, auch das betonte Reuß, ist zwar weiterhin, zumindest die Vorrunde zu einem Ende zu bringen und so über Ab- und Aufstiege entscheiden zu können. Auch das wird bei einem Blick in den Kalender aber zu einem Wettlauf mit der Zeit. Denn selbst für den Fall, dass in der Woche nach Ostern wieder die ersten Eckchen aufgemacht werden dürften, könnte frühestens im Mai wieder um Punkte gespielt werden. Grund: die Verletzungsgefahr.

"Wir brauchen vier Wochen Vorlaufzeit, ehe es wieder richtig losgeht", erklärte Reuß. Heißt: Die seit Ende Oktober ruhenden Amateurfußballer-Körper können und sollen nicht von Null auf 100 belastet werden. Vor dem ersten Pflichtspiel steht auch in der Corona-Pandemie erst einmal eine schweißtreibende Vorbereitung. Und genau diese Extra-Runden auf der Tartanbahn könnten der Spielzeit letztlich den Garaus machen.

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Es liegt an der Inzidenz

Da die Saison spätestens am 20. Juni abgeschlossen sein muss, blieben im besten Fall sieben Wochen, um die verbliebenen Spiele auszutragen. In der Hessenliga, der höchsten hessischen Amateurklasse, müssen noch neun Spieltage nachgeholt werden. In tieferen Ligen teilweise bis zu 13. Einzige Lösung: jede Menge Englische Wochen und ein Saisonendspurt im Vollgas-Modus. Ein Szenario, das HFV-Spielbetriebsleiter Jürgen Radeck vermeiden will. "Einen Startschuss Anfang Mai fände ich schwierig", sagte er bereits im Februar. "Dann müssten wir darüber reden, dass wir die Saison nicht beenden können.

Und so scheint derzeit die einzige Lösung, dass das Coronavirus und alle mutierten Versionen doch noch ein Einsehen haben und die Inzidenzwerte sinken. Sollte die Sieben-Tage-Inzidenz in ganz Hessen unter die Grenze von 50 sinken, könnte das Training schon Ende März wieder starten und somit der Terminkalender entzerrt werden. Aktuell liegt dieser Wert laut Angaben des des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag bei 72,8. Tendenz steigend.