Ein provisorisches Schild mit der Aufschrift "Bitte Maske tragen" hängt an einem Zaun eines Amateurfußballfeldes.

Hessens Amateurfußballer starten in diesen Tagen in eine ungewisse Vorbereitung. In Zeiten von Corona, Omikron und Hotspots gelten beim Training von Stadt zu Stadt unterschiedliche Regeln. Ungeimpften droht eine Zwangspause.

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Rund zwei Wochen nach Silvester beenden auch Hessens Amateurfußballer die Winterpause und kehren auf den Trainingsplatz zurück. In einigen Regionen Hessens geht das trotz härterer Corona-Regeln ohne größere Einschränkungen. Spätestens in der Kabine oder in Infektions-Hotspots wird es jedoch kompliziert. Welche Regeln gelten wo? Ein Überblick.

Ist Fußball spielen überhaupt erlaubt?

Prinzipiell auf jeden Fall. Laut der neuesten und seit dem 28. Dezember 2021 gültigen Coronavirus-Schutzverordnung des Landes Hessen spricht erst einmal nichts gegen Fußball. "Der Freizeit- und Amateursport auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen ist vollumfänglich erlaubt", heißt es dazu vom Landessportbund. Die im privaten Bereich geltenden Kontaktbeschränkungen spielen keine Rolle.

Einzige Einschränkung: In Hallen, offiziell "gedeckte Sportstätten" genannt, dürfen nur geimpfte oder genesene Spieler und Spielerinnen gegen den Ball treten. Kinder unter 18 Jahren sind von dieser Regel ausgenommen.

Darf draußen jeder mitspielen?

Es kommt darauf an. In Städten und Kreisen, die unter einer Inzidenz von 350 liegen, gibt es für Fußball an der frischen Luft keine Begrenzungen.

Anders ist das jedoch, wenn die Inzidenz an drei Tagen in Folge über dem Wert von 350 liegt und die sogenannten Hotspot-Regeln greifen. Dann gilt auch draußen die 2G-Regel, Ungeimpfte dürfen dementsprechend am Training nicht mehr teilnehmen. Auch ein negativer Test kann das nicht ändern.

Aktuell gibt es in Hessen bereits neun Hotspot-Gebiete. Diese sind: der Kreis Offenbach, der Hochtaunus-Kreis, der Kreis Fulda, der Kreis Darmstadt-Dieburg sowie die Städte Kassel, Wiesbaden, Darmstadt, Offenbach und Frankfurt. Mit dem Main-Kinzig-Kreis, dem Rheingau-Taunus-Kreis, Groß-Gerau und der Bergstraße haben zudem vier weitere Kreise bereits die Inzidenz-Marke von 350 übertroffen. Auch hier ist eine Regel-Verschärfung nur eine Frage der Zeit.

Wer darf in die Kabine?

Sobald ein Innenraum betreten wird, werden die Regeln härter. Und auch an dieser Stelle macht die Inzidenz einen Unterschied. In Nicht-Hotspots dürfen nur Geimpfte und Genesene in die Kabine und unter die Dusche (2G-Regel). In Hotspots muss zusätzlich ein tagesaktueller negativer Test oder eine Booster-Impfung nachgewiesen werden. (2G-Plus-Regel).

Wichtig zudem: Dort, wo der benötigte Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, herrscht Maskenpflicht. Ausgelassene und spontane Kabinenpartys werden so eher unmöglich.

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Sujetbild: Ein Fußball mit dem Emblem der 2.Bundesliga liegt auf dem Rasen.
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Was ist mit Schiedsrichtern oder Trainern?

Eine Ausnahme-Regelung gibt es für festangestellte, selbstständige oder ehrenamtlich Beschäftigte in Sportstätten. Sprich: für Trainer, Betreuer oder Schiedsrichter. Diese Personen dürfen ihrer Tätigkeit unabhängig von allen Bestimmungen auch ungeimpft nachgehen. Voraussetzung allerdings: ein negativer Test (3G-Regel).

Sind Zuschauer zugelassen?

Genau wie im Profisport oder bei ähnlichen Veranstaltungen liegt auch im Amateurbereich die Zuschauer-Grenze bei exakt 250. Sobald mehr als 100 Fans kommen, gilt die 2G-Regel. In Hotspot-Gebieten dürfen ohnehin nur Geimpfte und Genesene die Sportanlage betreten.

Was passiert bei Spielen?

Ob die genannten Einschränkungen auch bei Punkt- oder Pokalspielen verpflichtend sind, ist derzeit noch offen. Wie ein Sprecher des Hessischen Fußball-Verbands (HFV) bestätigte, sind die Regeln für den Spielbetrieb noch nicht abschließend geklärt.

Da die Runde in den unteren Ligen jedoch erst im März startet, kann sich bis dahin ohnehin noch einiges ändern. Bei Test- und Freundschaftsspielen gelten die gleichen Regeln wie beim Training.