Innenminister Beuth und zündelnde Eintracht-Fans
Innenminister Beuth greif zündelnde Fans im Stadion an. Bild © Imago

Innenminister Peter Beuth (CDU) hat in der Debatte um Pyrotechnik in Fußballstadien Haftstrafen für Zündler gefordert. Um das durchzusetzen, bräuchte es aber eine Gesetzesänderung.

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Hessens Innen- und Sportminister Peter Beuth (CDU) fordert eine deutliche Strafverschärfung beim Einsatz von Pyrotechnik in Fußballstadien. "1.000 Grad heiße Pyros haben nichts mit Fankultur zu tun", sagte Beuth in Wiesbaden. "In den Händen von gewalttätigen Chaoten verletzen sie nicht nur die Atemwege unschuldiger Stadionbesucher, sondern werden auch zu lebensgefährlichen Wurfgeschossen."

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Beuth im heimspiel!

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Anlässlich der Sportministerkonferenz im saarländischen St. Wendel sagte Beuth, dass der Staat in der Causa eingreifen müsse, weil "die Vereine bis heute nicht in der Lage sind, ihre Stadien frei von Pyrotechnik zu halten". Für Beuth sind diese Konsequenzen klar: Bengalos müssten künftig nach dem Sprengstoffgesetz behandelt werden. "Deshalb muss gelten: Wer im Stadion zündelt, geht in den Knast."

Sprengstoffgesetz ändern?

Nach der hessischen Initiative soll der Einsatz explosionsgefährlicher Stoffe in oder gegen Menschenmengen mit mindestens einem Jahr Haft geahndet werden. Dazu müsse das Sprengstoffgesetz entsprechend geändert werden, erklärte der Minister. Bisher wird das unerlaubte Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld behandelt, das sich von Land zu Land unterscheiden kann.

Der Vorstoß soll nach Angaben des CDU-Politikers auch auf der Tagesordnung der Innenministerkonferenz Ende November in Magdeburg stehen. Hessen prüfe zudem eine Erweiterung der Verwaltungskostenordnung, um "Problemfans" bestimmte Polizei-Maßnahmen künftig in Rechnung stellen zu können, erklärte der Minister. "Ich bin nicht bereit zu akzeptieren, dass die Polizei diese Problembusse mit großem Aufwand begleitet, damit es auf unseren Autobahnen nicht zu chaotischen Jagdszenen oder auf Rastanlagen zu Massenschlägereien kommt und am Ende der Steuerzahler dafür bezahlt."

Zahl der Pyroverletzten bleibt gleich

Beuth hatte sich in den vergangenen Jahren immer wieder mit Vorstößen gegen Fankrawalle im Allgemeinen und Pyrotechnik im Besonderen positioniert. So forderte er etwa bereits 2016, dass es für das Abbrennen von Bengalos Punktabzüge geben müsste.

Die Zahl der durch Pyrotechnik im Stadion verletzten Personen ist in der vergangenen Saison im Vergleich zur Spielzeit 2016/17 nur um einen Fall auf 53 Fälle in den ersten drei Ligen angestiegen, wie aus dem Jahresbericht der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze hervorgeht. In der Bundesliga ging die Zahl der Verletzten auf zehn zurück.

Sendung: hessenschau, 8.11.2018, 19.30 Uhr