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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Regierungssprecher Bußer: "Wir dürfen nicht so tun, als wäre alles vorbei"

Kneipe Eintracht Frankfurt Mijat Gacinovic

Kneipe: ja. Umarmen beim Jubeln: nein. Fans von Eintracht Frankfurt, den Lilien oder dem SVWW müssen sich vor dem Bundesliga-Neustart auf neue Verhaltensregeln einstellen. Selbst beim Benutzen von Salzstreuern lauern Gefahren.

Es könnte alles so schön sein. Am Wochenende rollt erstmals seit mehr als zwei Monaten in Bundesliga und 2. Liga wieder der Ball. Den Anfang macht aus hessischer Sicht Darmstadt 98 am Samstag (13 Uhr), Eintracht Frankfurt folgt zur Topspielzeit am Abend (18.30 Uhr), der SV Wehen Wiesbaden rundet das Wochenende am Sonntag (13.30 Uhr) ab. Was klingt wie ein Stück Freizeit-Normalität, ist in Corona-Zeiten aber alles andere als das.

Die Stadien werden menschenleer sein, die Fans gucken im wahrsten Sinne des Wortes in die (TV-)Röhre. Dank der strengen Hygiene- und Verhaltens-Regeln ist jedoch selbst das gar nicht so einfach. "Wir dürfen nicht so tun, als wäre alles vorbei und alles erlaubt", betonte Regierungssprecher Michael Bußer gegenüber dem hr. Fußball gucken wird zur Herausforderung.

Option 1: Im kleinen privaten Kreis

Wahre Fußballfans, so die Meinung von wahren Fußballfans, schauen ihren Lieblingssport und ihren Lieblingsclub am liebsten im kleinen Kreis. Taktik, Kommentar, bei Geisterspielen die Anweisungen der Trainer. Das alles hört und sieht man ohne Nebengeräusche ja bekanntlich am besten. Das Gute: Für Freunde dieser Art des Fußballkonsums ändert sich quasi nichts.

Sollten Sie die Partie(n) ihrer Wahl alleine oder mit Personen, die ohnehin in ihrem Haushalt oder maximal einem weiteren leben, im privaten Umfeld verfolgen, müssen Sie sich in keinster Weise einschränken. Sie können in alle Richtungen schreien, Menschen wahlweise umarmen oder abknutschen. Selbst die dauerhafte Unterschreitung der 1,5-Meter-Corona-Sperrzone ist möglich. "Zwei Hausstände dürfen sich weitgehend ohne Voraussetzungen treffen", erklärt Bußer.

Die Hygienevorschriften sind in diesem Fall zwar weiter empfohlen, eine Pflicht gibt es aber nicht. Deutlich komplizierter wird es erst, wenn sie weitere Gäste einladen oder die Haustür verlassen.

Option 2: Kneipenbesuch

Die gute Nachricht vorneweg: Ja, Kneipen und Restaurants dürfen ab Freitag wieder Gäste empfangen und Fußball-Fans mit Bundesliga-Bewegtbild, Bier und Burgern versorgen. Ein Freifahrtsschein für zügellose Völlerei sind die geöffneten Gastronomie-Türen jedoch nicht.

Für jeden Besucher muss eine Grundfläche von fünf Quadratmetern zur Verfügung stehen. Sprich: In eine 50 Quadratmeter große Kneipe erhalten maximal zehn Personen Einlass. Zwischen den Auserwählten, so sie denn nicht zu einem Hausstand gehören, muss über die gesamte Dauer des Aufenthalts der obligatorische Corona-Abstand von anderthalb Metern eingehalten werden. Das Bilden von Jubeltrauben oder das Führen von Fachgesprächen im engen Kreis sind demnach streng verboten. Ebenfalls auf der schwarzen Liste: Die gemeinsame Nutzung von Salzstreuern, Ketchup-Flaschen oder Pfeffermühlen.

"Die Lokale müssen gewährleisten, dass die Bestimmungen eingehalten werden", heißt es dazu vom hessischen Innenministerium. "Ich werde da sehr genau hinsehen, zur Not schmeiße ich Leute auch wieder raus", kommentierte der Frankfurter Kneipier Karsten Maaß die Vorschriften. Bemerkenswert zudem: Jeder Gast muss seine Kontaktdaten hinterlegen. An ausufernde Kneipenbesuche ist also vorerst nicht zu denken.

Option 3: Privates Public Viewing

Wem die beschränkte Anzahl an Verbündeten im heimischen Wohnzimmer oder in Sportsbars nicht reicht, für den gibt es tatsächlich noch eine dritte Option: Rudelgucken unter quasi-sterilen Bedingungen. "Mit geregelten Voraussetzungen sind Zusammenkünfte bis zu 100 Personen erlaubt", bestätigt das Innenministerium. Doch was heißt das genau?

Die Grundvoraussetzung für Zusammenkünfte im Corona-gerechten Format ist genügend Platz. Sollten alle Gäste stehen, muss sich jeder Teilnehmer auf zehn Quadratmetern frei bewegen können. Sobald für jeden Fußballfan ein Stuhl zur Verfügung steht und jeder diesen auch nutzt, reichen fünf Quadratmeter. Für 100 sitzende Menschen müsste der Ausrichter eines Public Viewings dementsprechend eine Fläche von 500 Quadratmetern zur Verfügung stellen. Direkter körperlicher Kontakt ist natürlich auch hier weiterhin verboten. Der Veranstalter muss zudem eine Namensliste mit Anschrift und Telefonnummern anlegen und ein Hygienekonzept vorlegen.

Mögliche Konsequenzen:

Die Polizei wird die regionalen Ordnungsbehörden und Gesundheitsämter am Wochenende unterstützen und die Einhaltung der Regeln kontrollieren. Laut Innenministerium wird bei Verstößen zunächst auf Dialog und Einsicht gesetzt. Bei bewussten, wiederholten und willentlichen Zuwiderhandlungen drohen aber auch Bußgelder.