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Kraus wünscht sich mehr Frauen im Fußball-Business

Schiedsrichterinnen, Kommentatorinnen und Co.: Die frühere Torhüterin und Eintracht-Pressesprecherin Katja Kraus sieht erste Schritte beim Anteil von Frauen im Fußball. Genug ist ihr das aber noch lange nicht.

Die frühere Nationalspielerin Katja Kraus würde sich zügig mehr Frauen im Profi- und Millionenbusiness Fußball wünschen. "Der gesellschaftliche Druck ist in den vergangenen beiden Jahren groß geworden, aber es geht noch immer zu langsam. Wenn man Veränderung wirklich will, dann muss man sich ehrlich mit den Hinderungsfaktoren beschäftigen", sagte Kraus der Deutschen Presse-Agentur während der WM in Katar.

Bei dem Turnier sind erstmals drei Schiedsrichterinnen mit dabei, wobei bislang keine von ihnen einen Einsatz als Hauptschiedsrichterin bekommen hat. Mit Christina Graf ist auch erstmals eine ARD-Kommentatorin bei der WM.

"Selbstverständlich, dass Frauen die Expertise haben"

Für die 52 Jahre alte Kraus, die einst als Torhüterin beim FSV Frankfurt aktiv war und anschließend unter anderem als Pressesprecherin bei Eintracht Frankfurt arbeitete, kann das nur ein erster Schritt sein. "Es ist doch selbstverständlich, dass Frauen die Expertise haben, über das Spiel zu sprechen oder Spiele zu leiten. Für die Frauen wird es besser, wenn sie nicht mehr die einzige Frau in ihrer jeweiligen Rolle sind, und damit einer besonderen Beurteilung ausgesetzt sind", sagte Kraus.

Die gebürtige Offenbacherin ist auch Mitgründerin der Reformbewegung "Fußball kann mehr". Wenn erstmal ausreichend Frauen da seien und es mehr um Leistung gehe, "dann sind wir deutlich weiter", fügte Kraus an.