Fans des KSV Hessen Kassel

Der KSV Hessen Kassel hat in der Vergangenheit viele Niederschläge einstecken müssen. Jetzt träumen die Nordhessen wieder vom Aufstieg - über den wegen Corona möglicherweise am grünen Tisch entschieden wird.

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zum Video Schwierige Corona-Situation: Hessen Kassel will zurück in die Regionalliga

Party in der Kabine des KSV
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Trotz aller Schwierigkeiten während der Corona-Krise: Traditionsclub Hessen Kassel träumt nach wie vor vom Aufstieg in die Fußball-Regionalliga - und das mit durchaus kreativen Ideen. Vorstand Jens Rose muss schmunzeln, wenn er sich vorstellt, wie die Mannschaft auf einen solchen Aufstieg in die Südwest-Staffel der vierten Liga anstoßen würde. "Wir würden uns ein paar Kisten Bier holen und die Spieler auf dem Platz würden dann mit 1,50 Meter Abstand auf dem Rasen feiern. Wir würden dann ein bisschen Abstandsbetrinken machen", sagt Rose im Gespräch mit dem hr-sport.

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Update

Aus dem Abstandsbetrinken beim KSV Hessen Kassel wird wohl doch nichts. Nach Informationen des hr-sport wird die Saison im hessischen Amateurfußball abgebrochen. Aus der Hessenliga soll den Plänen zufolge nur der Erstplatzierte in die Regionalliga aufsteigen. Alle Infos finden Sie hier.

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Für die Fans wäre ein Corona-bedingter Saisonabbruch der Hessenliga-Saison und ein möglicher Aufstieg am grünen Tisch eine zwiespältige Sache. Einerseits wäre da die Freude über den Sprung in die sportliche Viertklassigkeit, andererseits würde man um die Emotionen eines Aufstiegs gebracht. "So ganz ohne Aufstiegsfeier würde schon was fehlen, doch die Sehnsucht nach größeren Gegnern und Stadien ist nach den vielen Rückschlägen schon sehr groß ", gibt der KSV-Fanbeauftragte Gregory Dauber zu.

Entscheidung über Saison-Abbruch erst in einem Monat?

Sicher ist das mit dem Aufstieg aber noch lange nicht. Wird die Saison in der Regionalliga Südwest zu Ende gespielt oder wegen der Corona-Krise doch abgebrochen? Für den 16. Mai ist eine Videokonferenz des Vorstands des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV) angesetzt, doch eine endgültige Entscheidung wird es wohl erst in der ersten Junihälfte beim außerordentlichen Verbandstag geben. Die Zeichen aus den Fußball-Kreisen und von den Vereinen stehen klar auf Abbruch.

In Kassel hoffen nun alle auf den Aufstieg am grünen Tisch. Als sicherer Aufsteiger stünde lediglich der Tabellenerste der Hessenliga, Eintracht Stadtallendorf, fest. Ob Kassel als Tabellenzweiter auch in die Regionalliga darf, steht momentan noch in den Sternen. Denn: Wenn überall in Deutschland die Oberliga-Spielzeiten abgebrochen werden, fällt wahrscheinlich auch die geplante Aufstiegsrunde gegen zwei Oberliga-Vertreter aus Baden-Württemberg flach.

Hessen Kassel hofft auf moralische Wiedergutmachung

Nun hoffen sie in Kassel, dass diesmal alles für sie läuft. Jedes Mal, wenn es in der Vergangenheit "galt, dem KSV Punkte abzuziehen, weil wir irgendwas nicht erfüllt hatten, wurde das angewandt", rechnet Rose vor und hofft nun quasi auf eine moralische Wiedergutmachung.

Schließlich habe man sich auf mögliche Aufstiegsspiele gefreut, die es jetzt aber wohl gar nicht geben werde. "Wir hoffen, dass sich der Verband an den Beschlüssen in Schleswig-Holstein orientiert und zwei Aufsteiger zulässt", sagt Rose. Entscheiden kann der HFV über die Aufstiegsregel aber ohnehin nicht alleine. Über die Regionalliga bestimmt alleine der DFB, natürlich aber in Abstimmung mit den Landesverbänden.

Fernziel dritte Liga

Dass der KSV fit für die Regionalliga ist, steht für den Rose außer Frage. Allein das Zuschauerinteresse sei beeindruckend. "Kassel ist einfach eine fußballbegeisterte Stadt. Letztes Jahr hatten wir 15.884 Zuschauer bei einem Oberliga-Spiel und damit mehr als andere in ein oder zwei Jahren."

Der Blick geht auch in die weitere Zukunft. Kassel soll wieder ganz dick auf der Fußball-Landkarte auftauchen. "Wir wollen irgendwann wieder in den bezahlten Fußball, und da wäre natürlich die dritte Liga natürlich eine tolle Sache für die Fans und die Stadt". Eine Aussage, die der KSV-Fanbeauftragte Daubner leidenschaftlich unterstützt. Träumen wird man ja noch dürfen. Auch und gerade in Corona-Zeiten.