Schiedsrichter im Fußball Symbolbild

Der 22-jährige Schiedsrichter, der bei einem Spiel in Münster von einem Spieler krankenhausreif geschlagen wurde, hat sich mit emotionalen Worten bei Facebook gemeldet.

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Stefan Reuß im Fernsehstudio
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"Ich konnte das Krankenhaus verlassen und befinde mich auf dem Weg der Besserung", berichtet Nils Czekala bei Facebook. Der Kreisliga-Schiedsrichter war beim Spiel FSV Münster gegen den TV Semd am vorletzten Wochenende von einem Spieler niedergeschlagen worden. Daraufhin brach er bewusstlos zusammen und musste mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht werden.

"Die AfD ist bestimmt auch nicht die Lösung"

Neben vielen Dankesworten an Krankenhauspersonal, Verbände und Kollegen äußerte er sich auch zur Tat selbst. "Es war nicht nur ein Angriff auf mich als Schiedsrichter. Das war ein Angriff auf unseren Amateurfußball", so Czekala, der Pauschalisierungen aber nicht gelten lassen möchte. "Bitte beachtet aber, dass ich von einer Person angegriffen wurde. Ich distanziere mich von jeglichen Angriffen auf den gesamten Verein oder die Familie des Täters."

Auch eine politische Debatte möchte der 22-Jährige vermeiden: "Ich distanziere mich auch klar von der Debatte über die Nationalität/Herkunft des Spielers. Für mich macht dies keinen Unterschied", so seine klaren Worte. "Ich glaube nicht, dass die AfD das Problem für die Gewalt auf unseren Sportplätzen ist, die AfD ist aber bestimmt auch nicht die Lösung!"

Offener Brief des HFV

Nach dem Angriff hatte sich die Vereinsführung der betroffenen Mannschaft in der Kreisliga C Dieburg entschieden, das Team für das laufende Jahr abzumelden. Der 28-jährige Angreifer wurde aus dem Verein ausgeschlossen, er erhielt zudem Hausverbot auf dem Gelände.

Der Hessische Fußball-Verband (HFV) wandte sich in einem offenen Brief an die Vereine und forderte zur Mithilfe auf. "Wir appellieren an alle Vereine, sich bewusst zu machen, dass wir in eine zunehmend dramatischere Situation kommen und immer weniger Sportfreunde zukünftig bereit sein werden, sich als Schiedsrichter zur Verfügung zu stellen", hieß es in dem Schreiben vom vergangenen Donnerstag. "Lassen sie es nicht soweit kommen und setzen sie gegen Spieler und Mitglieder, die sich nicht an Spielregeln und einen faireren Umgang halten, ein deutliches Zeichen!".