Der Amateurfußballer, der Ende Oktober einen Schiedsrichter bewusstlos geschlagen hat, ist vom Sportgericht mit der Höchststrafe belegt und lange aus dem Verkehr gezogen worden. Bei einem ähnlichen Fall im Kreis Offenbach gab es ebenfalls erste Konsequenzen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Sportgericht verhängt drei Jahre Sperre gegen Schiri-Schläger

Rettungshubschrauber und Krankenwagen auf einem Fußballplatz
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Nach dem brutalen Angriff eines Hobbyfußballers auf einen Schiedsrichter in Südhessen ist am Donnerstag das Urteil gesprochen worden. Das Dieburger Sportgericht verhängte gegen den 28 Jahre alten Ex-Spieler des FSV Münster eine dreijährige Sperre und schloss zudem den Verein für ein halbes Jahr vom Spielbetrieb der Kreisliga C Dieburg aus. Nach Angaben des Kreissportgerichts-Vorsitzenden Helmut Biegi wurde damit die Höchststrafe ausgesprochen.

Schiedsrichter und Täter treffen sich

Der nun verurteilte Amateurkicker, der den 22 Jahre alten Unparteiischen Ende Oktober mit einem Faustschlag niedergestreckt und bewusstlos geschlagen hatte, erschien zur Anhörung, äußerte sich aber nicht zu dem Fall. Laut Biegi entschuldigte er sich aber bei dem ebenfalls anwesenden Schiedsrichter und zeigte Reue. "Er würde die Tat gerne rückgängig machen", sagte Biegi im Gespräch mit dem hr.

Der Schiedsrichter, der nach der Attacke mehrere Tage im Krankenhaus verbracht hatte, hatte sich bereits vor rund zwei Wochen auf Facebook geäußert und von einem "Angriff auf den Amateurfußball" gesprochen. Gleichzeitig bat er darum, keine Debatte über Nationalität und Herkunft des Spielers zu führen und die Tat nicht zu instrumentalisieren. Auch vor Gericht wirkte er gefasst. "Er hat die Situation wohl gut verarbeitet", so Biegi.

Ganz abgeschlossen ist die Sache damit aber noch nicht. Der Amateurfußballer wird sich nach der Verhandlung am Sportgericht auch vor einem ordentlichen Gericht verantworten müssen. "Er wird als Beschuldigter in einem Strafverfahren geführt", sagt Kathy Rosenberger vom Polizeipräsidium in Darmstadt. "Es wurde eine Anzeige wegen Körperverletzung erstattet."

Konsequenzen auch für Schläger im Kreis Offenbach

Auch nach dem Vorfall im Kreis Offenbach vergangenes Wochenende werden erste Konsequenzen gezogen. Drei Spieler von DJK Sparta Bürgel II, die beim Skandalspiel bei SKG Rumpenheim II vom Platz gestellt wurden, sind vorläufig gesperrt. Das bestätigte der Vorsitzende des Sportgerichts des zuständigen Fußball-Kreise Jürgen Weil dem hr-sport. Diese hätte bis Samstag Zeit, sich zu den Vorkomnissen zu äußern. Zunächst hatte die Offenbach Post berichtet.

Spartas Co-Trainer sowie ein verletzter Spieler, die den Schiedsrichter ebenfalls angegangen haben sollen, seien "bis auf Weiteres" gesperrt. Der zuständigte Kreisfußballwart, Jörg Wagner, hat zudem beantragt, Bürgel II vom Spielbetrieb auszuschließen. Hierzu können sich die Verantwortlichen bis Freitagtmittag äußern.