Schiedsrichter im Fußball Symbolbild

Nach der schweren Attacke auf einen Schiedsrichter in Münster gibt es in Hessen den nächsten Vorfall. Ein Unparteiischer soll in Pohlheim tätlich angegangen worden sein. Der Verein streitet die Vorwürfe ab, der Verband nimmt die Sache sehr ernst.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found hr-Reporter Klaus Pradella über den Schiri-Vorfall in Mittelhessen

Ein Schiedsrichter zeigt die rote Karte.
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Nächste Attacke in Hessen gegen einen Schiedsrichter: Nach dem Vorfall in Münster, bei dem ein Unparteiischer von einem Spieler bewusstlos geschlagen wurde, macht nun die nächste Meldung die Runde. Dieses Mal im Visier: der FC Turabdin/Babylon aus Pohlheim. Die empfingen am vergangenen Wochenende in der Verbandsliga Mitte den Tabellenletzten aus Bauerbach. Es wurde zu einer Partie, die einen vierseitigen Sonderbericht des Schiedsrichters und ein sofortiges Spielverbot für die Heimmannschaft nach sich zog.

Der Blick in den Bericht zeigt dabei das ganze Ausmaß. Schiedsrichter Gashi Safi schreibt darin von gleich mehreren Vergehen. Ein Zuschauer soll ihn massiv rassistisch beleidigt haben, zudem habe ein Vereinsverantwortlicher, der Sportliche Leiter Christian Memmarbachi, ihn nach dem Spiel, welches der FC Turabdin/Babylon am Ende knapp und überraschend verlor, tätlich angegriffen und beleidigt.

TuBa Pohlheim bestreitet Vorwürfe

Schwere Vorwürfe, die die Heimmannschaft aber nur zum Teil bestätigt. Ja, den Vorfall mit dem Zuschauer habe es gegeben. Dieser hätte daraufhin von Vereinsseite aus auch einen Platzverweis für das Sportgelände in Pohlheim erhalten. Dass jedoch Vereinsverantwortliche den Schiedsrichter nach dem Spiel tätlich angegriffen hätten, bestreitet TuBa Pohlheim, wie der Verein auch genannt wird, vehement.

Was wirklich vorgefallen ist, soll daher nun der Hessische Fußballverband klären. Fakt ist, dass bereits vor dem Urteil des Sportgerichts, welches am 5.11. (18.30 Uhr) gefällt wird, der FC Turabdin/Babylon mit einem Spielverbot belegt wurde. Der HFV nimmt die Sache nach dem Vorfall in Münster besonders ernst, spricht von einem "erheblichen Vorfall". Der Fall sei sogar gravierender als die Attacke im Odenwald, so der Sportgerichts-Vorsitzende der Verbandsligen Rainer Lach.

Gravierender als Attacke in Münster

Der Grund dafür: In Pohlheim war es kein einzelner Spieler, der den Referee anging, sondern Vereinsverantwortliche. Dazu ist TuBa Pohlheim aufgrund von Pyro-Vergehen und Zuschauer-Beleidigungen in der jüngeren Vergangenheit kein Unbekannter. Das Sportgericht des HFV muss daher nun am Dienstag überprüfen, was wirklich geschah und wie schwer die Strafe für den FC Turabdin/Babylon ausfallen wird.

Sendung: hr1, 31.10.2019, 12.20 Uhr