Ein Fan des KSV Hessen Kassel mit Schal

Weil die Regionalliga-Saison kurz vor dem Abbruch steht, könnte der Traum des KSV Hessen Kassel von der Viertliga-Rückkehr zerplatzen. Nun machen die Fans in einem offenen Brief Druck – und haben dabei prominente Unterstützer.

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Marvin Friedrich, Bundesliga-Profi bei Union Berlin und gebürtig aus Kassel. Enrico Gaede, Ex-Profi und Aufsichtsratsvorsitzender des KSV. Christian Geselle, Kasseler Oberbürgermeister.

Das sind nur drei von insgesamt 22 Unterzeichnern eines offenes Briefes, den Fans des KSV Hessen Kassel an die Gesellschafter der Fußball-Regionalliga Südwest gerichtet haben. Ihr Anliegen: Sollte es in der vierten Liga zu einem immer wahrscheinlicher werdenden Saisonabbruch kommen, dürften die Zweitplatzierten der Oberliga-Tabellen bei der Aufstiegsfrage nicht außer Acht gelassen werden.

Genau dieses Schicksal droht dem KSV als Hessenliga-Zweitem aber, sollten bei einem Abbruch nur drei anstatt vier Mannschaften ein Aufstiegsrecht erhalten. Dann nämlich würden – weil es keine Absteiger geben soll – nur die drei Oberliga-Meister in die Regionalliga aufrücken. Der vierte Aufsteiger, den die Oberliga-Zweiten aus Hessen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz/Saar am Ende einer Saison normalerweise in Aufstiegsspielen ermitteln, könnte dem Vernehmen nach wegfallen.

"Willkürlich, unsportlich, abzulehnen"

"Sollte diesen Vereinen das Recht, eine Chance auf die Regionalliga-Teilnahme in der kommenden Saison zu erhalten, verwehrt bleiben, wäre dies in höchstem Maße willkürlich, unsportlich und daher abzulehnen", heißt es in dem offenen Brief, den Hessen Kassel in dieser Woche auch auf seiner Internetseite veröffentlicht hat. "Zwar kann aufgrund des Infektionsschutzes wohl kaum eine Aufstiegsrunde ausgetragen werden, jedoch heißt das aber nicht, dass es für den in der Spielordnung vorgesehenen vierten Aufstiegsplatz keine sportlich begründbaren Wertungsmodelle gibt."

Ein mögliches Wertungsmodell sei die Anwendung der Quotienten-Regelung, bei der der Quotient aus erreichten Punkten und absolvierten Spielen den Tabellenplatz bestimmt, auch für die potenziellen Teilnehmer einer Aufstiegsrunde. In diesem Fall hätte der KSV (2,1) gegenüber Kaiserslautern II (Rheinland-Pfalz/Saar / 1,9) sowie Göppingen (Baden-Württemberg / 1,8) die Nase vorn.

KSV Hessen Kassel: Nutznießer der Quotienten-Regelung?

"Bisherige sportliche Leistungen würden honoriert, die Spielordnung würde im Rahmen des Möglichen beachtet und es gäbe keine willkürliche Ungleichbehandlung von Erst- und Zweitplatzierten. Andere Möglichkeiten, etwa das Austragen eines Elfmeterschießens oder den Losentscheid unter den Zweitplatzierten, sind sportlich weniger begründbar, aber in jedem Fall besser als das ersatzlose Streichen eines vierten Aufstiegsplatzes", machen sich die Verfasser des offenen Briefes für die Quotienten-Regelung stark.

Die Aufstockung der aktuell 18 Teams umfassenden Südwest-Staffel dürfe "gerade vor dem Hintergrund der gesamtgesellschaftlichen Umstände (...) kein Hinderungsgrund" sein: "Die Gestaltung des Spielplanes könnte diese Herausforderung ohne Weiteres meistern, sogar dann, wenn man alle Zweitplatzierte aufsteigen ließe."

Den kompletten offenen Brief im Wortlaut finden auf der Seite des KSV Hessen Kassel.