Künzer und die DFB-Herren
Bislang war die DFB-Spitze ein Herrenbund - Nia Künzer (eingeklinkt) sieht das skeptisch. Bild © Imago/Collage: hessenschau.de

Nach dem Rücktritt von Reinhard Grindel sucht der DFB einen neuen Präsidenten - oder eine neue Präsidentin. Nia Künzer sieht im hr-heimspiel! ein Struktur-Problem und fordert tief greifende Maßnahmen.

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Nach dem Rücktritt von Reinhard Grindel sucht der Deutsche Fußball-Bund (DFB) weiter fieberhaft nach einem Nachfolger. Oder einer Nachfolgerin. Ex-Nationalspielerin Nia Künzer plädiert im hr-heimspiel! nicht explizit für eine Frau an der Spitze des größten Sportverbandes der Welt, sagt aber deutlich: "Grundsätzlich würde es dem DFB gut zu Gesicht stehen, wenn ein bisschen mehr Vielfalt gelebt wird."

Die Probleme, so Künzer, würden jedoch tiefer liegen: "Erst müssen die Hausaufgaben gemacht werden. Der DFB muss sich mit Hilfe von Externen seine Struktur anschauen. Die Diskussion, einfach zwei Köpfe auszutauschen, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht die richtige." Ihre Idee für einen Neustart: "Es braucht meiner Meinung nach ein Gremium oder eine Taskforce, die sich aus Internen und Externen zusammensetzt. Das müssen nicht nur Nationalspieler sein. Hauptsache es sind Fachleute aus vielen Bereichen, die sich alles in Ruhe ansehen."

Künzer befürchtet einen Schnellschuss

Künzer hat aber wenig Hoffnung, dass so etwas umgesetzt wird: "Ich habe die Befürchtung, dass man zum Schnellschuss neigt. Grundlegende Dinge zu ändern, erscheint mir als zu große Herausforderung für die Kürze der Zeit." Bereits im September tagt der DFB-Bundestag. Davor trifft sich im Mai der Verbands-Vorstand. Die Zeit eilt daher, den neuen Präsidenten oder die neue Präsidentin zu präsentieren.

Zuspruch erhält Künzer von Harald Stenger, Ex-DFB-Pressesprecher. Er erklärte am Montagabend: "Es muss das eine oder andere an Strukturen und Vorurteilen aufgebrochen werden." Auch für den 68-Jährigen ist es zweitrangig, wer demnächst an der Spitze des DFB stehen wird. "Ich würde die Frau-und-Mann-Diskussion damit verknüpfen, jungen Kräften eine Plattform zu bieten, ihre Erfahrung und ihr Können zu entfalten", so Stenger.

Stenger hat ein paar Kandidaten im Blick

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Der gebürtige Frankfurter hat dabei auch gleich ein paar Kandidanten im Blick: "Wir haben viele Nationalspielerinnen und Nationalspieler, die bewiesen haben, dass sie über den Tellerrand des Fußballs hinaus denken können und eine soziale Kompetenz haben. Es gibt eine ganze Reihe von jüngeren Frauen und Männern, die das leisten können."