Thomas Brendel und einige Spieler des FSV Frankfurt

Der FSV Frankfurt ist das Team der Stunde in der Regionalliga Südwest und steht nach acht Spieltagen auf Platz drei. Gründe für den guten Saisonstart gibt es reichlich.

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Nur einen Punkt: FSV-Trainer Thomas Brendel kann nicht zufrieden sein.
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Acht Spiele, fünf Siege, 16 Punkte: Der FSV Frankfurt hat seinen besten Regionalliga-Saisonstart seit dem Drittliga-Abstieg vor drei Jahren hingelegt. Sonst oft in der Nähe der Abstiegsplätze zu finden, ist der einstige Zweitligist im Oktober 2020 als aktuell Dritter in der Beletage der Südwest-Staffel angekommen. Purer Zufall? Defintiv nicht. Vor dem Top-Spiel bei Verfolger Homburg (Samstag, 14 Uhr) haben wir die fünf wichtigsten Gründe für den guten Start des FSV unter die Lupe genommen.

1. Die Heimstärke

Vier Heimspiele, vier Siege: Die Frankfurter spielen derzeit ganz besonders gerne in ihren eigenen vier Stadionwänden am Bornheimer Hang. Diese Erfahrung mussten bislang Alzenau (2:1), Gießen (1:0), Mainz (3:0) und jüngst auch Kassel (3:1) machen. Spätestens seit diesem Derbysieg am vergangenen Wochenende spricht manch ein Fan sogar schon von einer Festung. Und zwar eine, die in Corona-Zeiten nur schwer einzunehmen ist.

"Die 800 Zuschauer, die beim Spiel gegen Kassel da waren, haben enorme Stimmung gemacht", sagt Trainer Thomas Brendel im Gespräch mit dem hr-sport – und fordert: "Jetzt brauchen wir auch auswärts Punkte, um uns oben festzusetzen." Die FSV-Bilanz auf fremden Plätzen: ebenfalls vier Spiele, aber nur vier Punkte.

2. Der FSV gewinnt die besonders engen Spiele

Die knappen Siege gegen Alzenau und Gießen, dazu ein 1:0 in Stadtallendorf: Der Fußball des Frankfurter Viertligisten mag auf den ersten Blick ergebnisorientiert und minimalistisch erscheinen, in dieser frühen Phase der Saison ist er aber auch von einer mentalen Stärke der Spieler geprägt. "Wir haben eine willige Mannschaft, darauf sind wir stolz", sagt Brendel. Der Trainer blickt dabei nicht nur auf die Resultate, sondern auch auf die einzelnen Phasen einer Partie.

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Im Spiel gegen Kassel, als der FSV zwischenzeitlich das 1:2 kassierte, sei das Team "nach dem Gegentor nicht nervös" geworden. "Wir haben nicht angefangen zu wackeln, sondern haben nachgelegt." Und nicht zu vergessen: Die Schwarz-Blauen können auch Spektakel, wie jeweils drei Tore gegen Mainz und Kassel gezeigt haben.

3. Frankfurt kommt nach Rückschlägen immer zurück

Angeschlagene Boxer sind gefährlich, der FSV Frankfurt ist es offensichtlich auch. Das beweisen die Reaktionen nach den bisherigen Niederlagen: Auf das 1:3 in Ulm folgte der Heimsieg gegen Gießen, seit dem 0:1 in Freiburg sind die Bornheimer seit vier Spielen ungeschlagen. Die Brendel-Elf punktet im Herbst 2020 mit Comeback-Qualitäten und kommt nach Rückschlägen schnell zurück. Die Trainer-Analyse: "Wir haben letztes Jahr auch nicht schlecht gespielt – wir waren einfach nur nicht so erfolgreich, haben nicht so viele Tore erzielt. Das läuft in dieser Saison anders."

4. Torjäger Alawie ist in Top-Form

Anders läuft es auch für den besten Stürmer im FSV Kader: Muhamed Alawie. Der 32-Jährige kommt schon jetzt auf sechs Saisontore, so viele waren es in der vergangenen und wegen Corona abgebrochenen Spielzeit insgesamt. Gegen Mainz schnürte er innerhalb von 72 Minuten einen Doppelpack, hinzu kommt eine Torvorlage aus dem Spiel gegen Ulm.

Der Mittelstürmer ist aus dem Offensivspiel der Frankfurter nicht wegzudenken. "Im letzten Jahr hat er nicht so performt, wie wir uns das alle gewünscht haben", sagt Brendel, der aber auch die Motivation seines Top-Torjägers kennt: "Er hat sich selbst hohe Ziele gesetzt."

5. Der Kader scheint bereit für die XXL-Saison

Und die Ziele der gesamten Mannschaft? Haben sich trotz des guten Saisonstarts vorerst nicht verändert. "Bei 42 Spieltagen plus Pokal wäre es vermessen, von irgendwelchen Aufstiegschancen zu sprechen. Wir werden im Februar, März schauen, wo wir stehen", sagt Brendel. Fakt ist aber: Der Kader scheint breit und qualitativ gut genug für die Mammut-Saison 2020/21 zu sein. Durch das Sechs-Spiele-Programm im September, als der Regionalliga-Spielplan eine Englische Woche nach der anderen zu bieten hatte, ist Frankfurt gut durchgekommen.

Der Grund: Die Mannschaft ist eingespielt – und das hat sie auch der Pandemie zu verdanken. "Wenn die Corona-Phase nicht gekommen wäre, hätten wir den einen oder anderen Spieler verloren. So konnten wir den Großteil des Kaders zusammenhalten, wir wussten, wo wir den Hebel ansetzen mussten", erklärt Coach Brendel. "Die Mannschaft ist grundsätzlich motiviert, eine andere Rolle in dieser Regionalliga einzunehmen. In den letzten Jahren haben wir immer beide Augen nach unten richten müssen. Jetzt haben wir uns oben festgesetzt." Der gute Saisonstart des FSV Frankfurt, er soll nicht nur ein guter Start bleiben.