Eine Eckfahne mit dem Logo des OFC

Der Streit zwischen Kickers Offenbach und der Regionalliga Südwest dauert an. Weil der OFC neue Corona-Fälle verzeichnete, wird das Heimspiel gegen Balingen zwar verlegt - doch von der Ligaleitung gab es am Dienstag neue Kritik.

Auf den Antrag zur Spiel-Verlegung folgte die Ablehnung des Antrags auf Spiel-Verlegung, folgte die Absage des Spiels, folgten Giftpfeile von beiden Seiten, folgte der nächste Antrag auf Spiel-Verlegung und die Erkenntnis: Der Streit zwischen den Offenbacher Kickers und der Regionalliga Südwest ist noch lange nicht ausgestanden. Die neueste Entwicklung: Das für Mittwoch (19 Uhr) angesetzte Heimspiel gegen die TSG Balingen wird verlegt.

Kickers Offenbach: Heimspiel gegen Balingen wird verlegt

Die Spielkommission der Regionalliga Südwest habe einem entsprechenden Antrag des OFC auf eine Absetzung der Partie zugestimmt, teilte die Ligaleitung am Dienstagnachmittag mit. Und betonte dabei: "Grundlage für die Entscheidung ist ausschließlich die Anordnung des Stadtgesundheitsamts Offenbach, nach der u.a. dem gesamten Kader des OFC vom 06.04.2022 bis 08.04.2022 das Betreten des Stadions untersagt wird."

In der Mitteilung hieß es weiter, dass die Voraussetzungen für den eigentlichen Corona-Paragraphen in der Spielordnung der Regionalliga Südwest "indes nicht erfüllt" seien, "da weiterhin davon auszugehen ist, dass 16 einsatzfähige Spieler (darunter ein Torhüter) zur Verfügung stehen". Der OFC habe trotz Aufforderung keine Nachweise vorgelegt, aus denen abgeleitet werden könne, "ob bzw. welche Spieler von einer Infektion und damit Isolation" betroffen seien.

Regionalliga kritisiert OFC wegen fehlender Nachweise

Auskünfte darüber, ob Spieler nach einer Negativtestung möglicherweise bereits von einer Isolation befreit sind, habe der Club der Ligaleitung zufolge verweigert: "Auch Absonderungsnachweise in Form von Quarantäneverfügungen wurden nicht vorgelegt."

Das Heimspiel der Offenbacher gegen Balingen soll am 19. April (Dienstag, 19 Uhr) nachgeholt werden. Einer Austragung des Auswärtsspiels der Kickers beim VfR Aalen am kommenden Sonntag (14 Uhr) stehe aufgrund der aktuellen Faktenlage nichts im Wege. Der Corona-Streit zwischen dem OFC und der Regionalliga dauert nun schon einige Tage an.

Beschuldigungen auf beiden Seiten

Nachdem das städtische Gesundheitsamt den Kickers wegen eines nicht näher definierten Corona-Ausbruchs in der vergangenen Woche ein Trainings-, Spiel- und Versammlungsverbot bis zum 5. April verhängt hatte, beantragten die Offenbacher eine Verlegung des Auswärtsspiels beim Bahlinger SC. Dies wurde von der Liga mit der Begründung, dass sich das Verbot ja nur auf das Stadtgebiet beschränke und sich die Offenbacher in Bahlingen frei bewegen und demensprechend auch Fußball spielen könnten, abgelehnt.

Da kurz später der Winter ein unerwartetes Comeback feierte und der Platz in Bahlingen unbespielbar war, wurde das Spiel dann zwar trotzdem abgesagt. Zu einer Beruhigung der Gemüter führte dieses Eingreifen von Frau Holle aber dennoch nicht. Im Gegenteil. OFC-Manager Thomas Sobotzik sprach gegenüber dem hr-sport von einer "Nötigung, rechtsbrüchig zu werden" und bezeichnete die Entscheidung der Liga als "Machtdemonstration und Willkür". Die Liga reagierte ihrerseits am Montagabend mit einer Pressemitteilung, in der sie dem OFC unsportliches Verhalten vorwarf.

Kickers vermeldeten neue Corona-Fälle

Im Interesse eines fairen Wettbewerbs könnten Spiele nur in dringenden Fällen abgesetzt werden, hieß es da. Diese hätten beim OFC, der die genaue Anzahl der Corona-Ausfälle im Team nach wie vor nicht öffentlich beziffert hat, nicht vorgelegen. Laut der offiziellen Regeln wird ein Spiel nur dann verlegt, wenn weniger als 16 Spieler negativ getestet wurden – oder kein Torhüter.

Die Liga sagt: Das war nicht der Fall. Der OFC sagt: Wir durften nicht trainieren, wir durften eigentlich nicht mal gemeinsam in den Bus steigen und konnten dementsprechend nicht spielen. Die Fronten bleiben verhärtet. Der OFC, der eigenen Angaben zufolge mit zwölf Feldspielern und zwei Keepern nach Bahlingen gereist war und erst dort von der Absage erfuhr, hatte in der Zwischenzeit drei weitere Corona-Fälle zu beklagen.

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Kickers-Manager Thomas Sobotzik: "Wir haben keine Zeit zu träumen"

OFC-Geschäftsführer Thomas Sobotzik
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