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Die Spieler des FC Gießen drohen mit Streik. Der Grund: ausstehende Gehalts- und Prämienzahlungen. Am Dienstag endet die Deadline des Teams, nun scheint der Regionalligist einzulenken.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Gießen-Spieler drohen mit Streik

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Busfahrer streiken. Und Fluglotsen. Aber Fußballer in der Regionalliga? Da sind Ausstände der Aktiven bisher eine Seltenheit. Genau damit aber drohen die Spieler des FC Gießen. Denn nach Informationen des hr-sports wurden beim Regionalliga-Neuling seit mindestens drei Monaten Prämien und Gehälter nicht mehr pünktlich gezahlt. Der Lohn für Oktober soll noch komplett ausstehen – und das Ende November.

Das Team von Trainer Daniyel Cimen hat inzwischen genug und sich mit einem offenen Brief an den Verein gewandt: Darin droht die Mannschaft mit Boykott von Trainingseinheiten und Pflichtspielen, wenn die ausstehenden Zahlungen nicht bis Dienstag getätigt sind.

Wilde Wochen am Waldstadion

Und der Verein? Der hat turbulente Wochen hinter sich. Geschäftsführer Jörg Fischer erklärte nach dem Spiel gegen Elversberg am vergangenen Wochenende seinen Rücktritt und nutzte die Bühne noch einmal für harsche Kritik an den Journalisten der Gießener Allgemeinen Zeitung. Fischer – der im Verein noch die Strippen zu ziehen scheint und Termine für den Club wahrnimmt – will künftig nicht mehr in der Öffentlichkeit stehen, und war für eine Anfrage des hr-sports nicht zu erreichen. Stattdessen äußerte sich Dirk Schäfer, beim FC Gießen verantwortlich für das Sponsoring.

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"Das ist korrekt. Die Mannschaft hat einen Brief geschrieben und dem Vorstand übergeben. Sie haben dem Verein eine Frist gesetzt für die Zahlung der ausstehenden Prämien und Gehälter. Die Frist endet am Dienstag und die werden wir einhalten", so Schäfer. "Die ausstehende Gehaltszahlung vom Oktober wird noch am Dienstag an die Spieler gezahlt."

Gab es Gespräche?

Der Verein sei mit der Mannschaft zudem in ständigem Austausch. So habe Geschäftsführer Fischer mit dem Team bereits vor zwei Wochen das Gespräch gesucht und über die Gründe der ausbleibenden Zahlungen informiert. Laut anderslautenden Aussagen, die dem hr-sport vorliegen, hat es keinen Austausch gegeben. Gerüchte, dass es finanzielle Schwierigkeiten bei etwaigen Geldgebern geben könnte, gab es dagegen schon länger.

Im Fokus auch hier Geschäftsführer Fischer, der mit seiner Firma GCI einer der größten Geldgeber des Clubs ist. "Der Ausfall der Zahlungen hängt mit Sponsoren zusammen. Verschiedene Sponsoren haben nicht gezahlt. Und noch sind wir eben abhängig von größeren Geldgebern", so Schäfer. Heißt aber auch: Es könnte jederzeit wieder vorkommen, wenn einer der Sponsoren erneut in finanzielle Schieflage gerät – oder dort bleiben würde.

Nachfolger steht parat

"Wir wissen, warum die Zahlungen der Sponsoren ausgeblieben sind. Ich möchte mich dazu nicht weiter äußern - nur so viel: Es liegen hier verschiedene Gründe vor", sagte Schäfer. Für die Spieler dürfte das wenig zufriedenstellend sein – schließlich können jene Gründe auch in den kommenden Monaten dazu führen, dass ihre Rechnungen länger liegen und die Mieten vorerst unbezahlt bleiben.

Der Verein bemüht sich indes um Schadensbegrenzung. Am Dienstagabend tagt der Vorstand, um einen Nachfolger für Fischer zu bestimmen. Wie die Gießener Allgemeine berichtet, gilt Markus Haupt als aussichtsreichster Kandidat. Sollten die ausstehenden Zahlungen tatsächlich am Dienstag bei den Spielern eintreffen, dürfte der Ausstand der Aktiven erst einmal abgewendet sein.