Die Spieler von Bayern Alzenau feiern den Aufstieg in die Regionalliga
Die Spieler von Bayern Alzenau feiern den Aufstieg in die Regionalliga Bild © Imago Images

Als im letzten Relegationsspiel gegen die Stuttgarter Kickers der Abpfiff ertönte, gab es in Alzenau kein Halten mehr. Die Regionalliga-Aufsteiger verabschiedeten sich jedoch recht schnell von der Aufstiegsfeier.

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Bayern Alzenau im Spiel gegen die Stuttgarter Kickers

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Das Spiel war ein Wechselbad der Gefühle"

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Denkbar knapp, aber es hat gereicht: Mit einem 2:2 bei Völklingen und einem 1:1 gegen die Stuttgarter Kickers hat der FC Bayern Alzenau das Ticket für die kommende Regionalliga-Saison gebucht. Da das Aufeinandertreffen von Völklingen und Stuttgart ebenfalls 1:1 endete, gab am Ende die Auswärtstorregel den Ausschlag für die Unterfranken, die sich als Zweiter der Hessenliga für die Aufstiegsrunde qualifiziert hatten.

Zwei Elfmeter und sieben quälende Minuten

"Das Spiel war ein Wechselbad der Gefühle", erzählte Vorstandsmitglied Andreas Trageser am Tag danach im Gespräch mit dem hr-sport. "Wir hatten viel mehr Chancen, obwohl Stuttgart ja gewinnen musste. Ein Glück, dass es in der 78. Minute den Elfmeter für uns gab." Das 1:0 durch Hedon Selishta hatte allerdings nur knapp zehn Minuten Bestand, auch die Kickers nutzten einen Foulelfmeter und waren damit ihrerseits nur ein Tor von der Regionalliga entfernt. "Die letzten sieben Minuten inklusive Nachspielzeit waren so lang wie eine ganze Saison."

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Hedon Selishta von Bayern Alzenau bejubelt seinen Treffer gegen Stuttgart

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Die Spieler sind spontan nach Mallorca geflogen"

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Als der Abpfiff endlich ertönte, war der Bann gebrochen: Platzsturm, Fans und Mannschaft feierten zusammen auf dem Rasen. "Es war aber nicht so, dass es bis heute Morgen ging", sagte Trageser über die Feier. Denn während er und seine Vorstandskollegen als Ehrenamtler am Tag nach dem Triumph schon wieder an der Arbeit erscheinen mussten, hatte die Mannschaft andere Pläne: "Die Spieler haben spontan um 1 Uhr gebucht und sind um 4.19 Uhr nach Mallorca geflogen."

Ziel des "Dorfvereins" ist der Klassenerhalt

Nicht auf der Partyinsel, sondern daheim gefragt sind jetzt die Verantwortlichen des Vereins: Nach sechsjähriger Abstinenz wird fleißig für die Regionalliga geplant. Vor allem Trainer Angelo Barletta ist intensiv mit der Kaderplanung beschäftigt. "Er hat mich heute schon zehn Mal angerufen", berichtete Trageser am Donnerstagmittag. Er sieht den Verein gut aufgestellt: "Mit unserer neuen Infrastruktur, unserem Stadion und dem gestandenen Trainerteam gehen wir das Abenteuer Regionalliga dieses Mal besser an als damals." In der bisher letzten Regionalliga-Saison 2012/2013 waren Alzenau nur sechs Siege aus 36 Spielen gelungen.

Die heutigen Schlüsselspieler haben alle noch gültige Verträge - eine beruhigende Ausgangslage. "Wir sind guter Dinge, dass wir eine schlagkräftige Truppe beieinander haben werden", so Trageser. Das Ziel ist für ihn dennoch klar: "Wenn man wie wir in den sozialen Medien als 'Dorfverein' betitelt wird, kann als Ziel ja eigentlich erst mal nur der Klassenerhalt sein." Aber dieser "Dorfverein" will nun nachhaltig auf sich aufmerksam machen - erst auf Mallorca und dann in der Regionalliga Südwest.