Angelo Barletta Kickers Offenbach

Die Stimmung bei Kickers Offenbach ist auf dem Tiefpunkt. Nach dem Rausschmiss des prügelnden Topstürmers lässt Trainer Angelo Barletta tief blicken - und geht auf die Suche nach einer "Ratte".

Angelo Barletta kennt den Verein. Der Ex-Profi weiß, worauf er sich bei Kickers Offenbach eingelassen hat. Und trotzdem macht ihn das, was er beim OFC aktuell miterleben muss, fassungslos. Es ist nicht nur die Saison, die die Hessen sportlich gesehen schon jetzt in den Sand gesetzt haben, die ihn beschäftigt. Unter der Woche hatte der Verein seinen Toptorjäger Nejmeddin Daghfous nach einem Eklat suspendiert. Er hatte seinem Mitspieler Luigi Campagna per Faustschlag die Nase gebrochen und muss nun mit einem juristischen Nachspiel rechnen.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Barletta: "Haben keine top-intakte Truppe"

Angelo Barletta Kickers Offenbach
Ende des Audiobeitrags

"Wir sitzen hier auf einem Pulverfass", so die ernüchternde Analyse des neuen Offenbacher Trainers. "Jeder Funken kann zu einer Eskalation führen."

Was Barletta so entsetzt, sind gleich zwei Umstände. Zum einen wäre da seine eigene, teils disziplinlose Mannschaft. "Wir haben keine top-intakte Truppe. Es gibt für das Trainerteam viel zu justieren", so der Coach. "Bei uns ist etwas im Argen." Kurzum: Es stimmt nicht in der Mannschaft. Team-Spirit? Fehlanzeige.

Barletta auf der Suche nach der Ratte

Der zweite Aspekt ist der Umstand, wie die Öffentlichkeit von der Sache mit Daghfous Wind bekam. "Die Medien waren ja schneller informiert als meine Frau", beklagt sich Barletta. "Diese Schnelle enttäuscht mich sehr. Ich hätte die Meldung gerne selbst mitgeteilt. Jetzt werde ich unvorbereitet damit konfrontiert." Das will er nicht auf sich sitzen lassen. "Nach der - in Anführungszeichen - Ratte, die das nach außen verbreitet, werde ich Ausschau halten."

Eine Ratte, die gefunden werden soll, eine Mannschaft als Pulverfass und dazu eine Tabellensituation, bei der auch noch ein Abstieg möglich ist: Barletta hat einen Haufen Arbeit vor sich. Und möglicherweise fragt er sich bereits jetzt, knapp drei Monate nach Dienstantritt, auf was er sich da nur eingelassen hat.

Spiel gegen Hoffenheim abgesagt

Mit positiven sportlichen Schlagzeilen wird der Verein übrigens nicht vom innerbetrieblichen Chaos ablenken können. Das Heimspiel gegen Hoffenheim II wurde nach einer Platzbegehung am Freitag wegen Unbespielbarkeit des Rasens abgesagt. Ein neuer Termin muss noch gefunden werden.