Adrian Alipour ist seit Juli 2019 Cheftrainer des TSV Steinbach in der Regionallig Südwest.

"Sensationell" – aber mit Ausreißern nach unten. So bewertet Adrian Alipour sein erstes Halbjahr als Trainer des Regionalligisten TSV Steinbach Haiger im Interview. In der Rückrunde planen die Mittelhessen den Sturm auf die Spitze.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Alipour: "Das ist schon ein sensationelles Ergebnis"

Adrian Alipour, Trainer des TSV Steinbach Haiger
Ende des Audiobeitrags

Mit dieser Bilanz muss sich Adrian Alipour wahrlich nicht verstecken: Als Cheftrainer des TSV Steinbach Haiger sammelt der 41-Jährige im Schnitt mehr als zwei Zähler. Der Verein ist nach der Hinrunde Dritter mit 42 Punkten und befindet sich in Schlagdistanz zu den Topteams aus Saarbrücken (49) und Elversberg (45). In die Rückrunde startet Steinbach mit einem Nachholspiel am 15. Februar - und mit hohen Zielen.

hr-sport: Herr Alipour, Sie haben die Hinrunde mit sieben Punkten Rückstand beendet und im Gegensatz zur Konkurrenz noch das Nachholspiel in Alzenau. Blasen Sie im neuen Jahr zum Angriff auf die Spitze?

Adrian Alipour: Es geht jetzt nicht darum, in der Winterpause hohe Ziele auszusprechen. Es geht darum, weiter an der Philosophie festzuhalten und im nächsten Jahr von Spiel zu Spiel zu denken. Wir wollen alle unsere Spiele gewinnen, darauf bereiten wir uns immer extrem akribisch vor. Das gilt gerade für das Spiel gegen Alzenau, um mit Selbstvertrauen in die Runde zu starten und dann natürlich auch die Spitze unter Druck zu setzen.

hr-sport: Ist der Aufstieg ein realistisches Ziel?

Alipour: Wir möchten keine hohen Ziele ausgeben, sondern wir wollen unsere Aufgaben erledigen und dann schauen, was hinten raus rumkommt. Wenn die Konkurrenz patzt, wollen wir auf jeden Fall da sein.

hr-sport: Spüren Sie eine Euphorie rund um den Verein?

Alipour: Definitiv. Ich bin zwar erst seit dieser Saison da, aber der Verein ist sehr ambitioniert, hat auch entsprechend seine Ziele. Das Ziel ist klar, irgendwann in die 3. Liga aufzusteigen. Es wurde aber kein Zeitplan aufgestellt.

hr-sport: Wie bewerten Sie Ihr erstes Halbjahr im Verein?

Alipour: Definitiv als richtig gut. Der Schritt war für mich enorm gut, ich habe mich sportlich natürlich nochmal verbessert (Alipour trainerte bis März 2019 den West-Regionalligisten Wuppertaler SV, d. Red.). Dass wir bei einer Fluktuation von 14 Spielern, die wir ausgetauscht haben, zum jetzigen Zeitpunkt so viele Punkte haben und wirklich um den Aufstieg mitspielen, das ist schon ein sensationelles Ergebnis. Aber trotzdem sind wir unzufrieden, in Anführungsstrichen, weil wir die Spiele, die wir nicht gewonnen haben, sogar hätten gewinnen können. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

hr-sport: Steht der TSV als Dritter da, wo er hingehört?

Alipour: Wir möchten uns immer verbessern. Jetzt sind wir Dritter und wollen erstmal Zweiter werden. Deswegen ist das Nachholspiel gegen Alzenau so wichtig. Wir müssen gucken, dass wir so eine richtige Lawine ins Rollen kriegen und nochmal so eine Euphorie im Umfeld entfachen, dass wir weiter unsere Punkte auf die Habenseite bekommen.

hr-sport: Wie haben Sie die Entlassung von Trainer Dirk Lottner beim Tabellenführer Saarbrücken aufgenommen?

Alipour: Das sind Dinge, die ich persönlich nicht nachvollziehen kann. Ich bin nicht im Verein drin und kann nicht beurteilen, ob Fehler gemacht wurden. Aber das ist unabhängig davon auch eine Modeerscheinung geworden im Fußball, die uns wirklich nachdenken lässt. Dirk Lottner ist mit seiner Mannschaft souverän auf Platz eins, spielt eine tolle Runde, ist im DFB-Pokal vertreten und im Saarlandpokal. Das lässt einen schon nachdenken und ist mit Sicherheit keine schöne Geschichte.

Das Gespräch führte Sonja Riegel.