FSV-Sieg gegen Balingen

4:0 gegen Balingen. Das Lachen ist nach wochenlangem Fußball-Frust zurück beim FSV Frankfurt. Die Zeit des entlassenen Trainers Angelo Barletta stellt sich für die Regionalliga-Macher des FSV im Nachhinein als großes Missverständnis dar.

Audiobeitrag

Audio

Audioseite Thomas Brendel: Warum es beim FSV Frankfurt jetzt wieder besser läuft

Thomas Brendel beim 4:0 gegen Balingen
Ende des Audiobeitrags

In weiten Teilen des Septembers strahlte der Himmel über dem Bornheimer Hang, dem Stadion des FSV Frankfurt. Doch was da strahlte, waren die Lichter der riesigen Karussells und der Stände der nahen Frankfurter Dippemess. Im Stadion blieb es dagegen trist: schlechter Fußball, schlechte Ergebnisse. Gut, dass jetzt, da die Achterbahnen und Zuckerwattestände des Jahrmarkts abgebaut und abtransportiert wurden, beim FSV wieder die Lichter angehen. 4:0 gegen die TSG Balingen, mit drei Toren kurz nach der Halbzeitpause, eine echte Befreiung.

"Es hat mir echt Spaß gemacht, das von außen zu sehen, und die Spieler haben diesen Spaß auch ausgestrahlt", sagte der neue, alte FSV-Trainer Thomas Brendel am Donnerstag im Interview mit dem hr-sport. Brendel hatte den Klub als Trainer in der vergangenen Saison auf einen erfolgreichen sechsten Platz in der Regionalliga Südwest geführt, überließ dann jedoch Angelo Barletta den Job, um sich ganz auf seine Arbeit als Manager zu konzentrieren. Doch das ging schief.

Brendel kritisiert: "Barletta hat hier viel bis alles verändert"

Seit Juli war Barletta Trainer am Bornheimer Hang. Die Verantwortlichen des FSV hofften, dass er vieles aus der erfolgreichen Vor-Saison beibehalten würde. Doch was folgte, war ein großes taktisches Missverständnis. Barletta habe vieles bis alles geändert. "Unser Spiel war auf einmal ein ganz anderes. Viele lange Bälle, kaum Kombinationsspiel, verteidigen im Raum, ich habe schnell gesehen, dass sich unsere Mannschaft damit auf dem Platz selbst verloren hat", kritisiert Brendel. "Der Fußball von Barletta hat nicht zu uns gepasst". Deswegen zog der FSV die Reißleine, entließ Barletta am Montag. Barletta wollte sich am Donnerstag auf Nachfrage des hr-sport zur Kritik des FSV nicht äußern.

Zwei Tage später, beim 4:0 gegen Balingen, saß wieder Brendel auf der Trainerbank - und auf einmal lief all das, was zuvor wochenlang nicht funktionierte. Der FSV stand kompakt, ließ kaum Torchancen zu, und nach vorne wurde Fußball kombiniert. Das Spiel der Bornheimer hatte die Struktur, die man zuletzt vergeblich suchte.

Das führte in der zweiten Halbzeit zum Erfolg. Innerhalb von elf Minuten schossen sich die Bornheimer mit dem 1:0, dem 2:0 und dem 3:0 den ganzen Frust von der Seele. Brendel: "Die Mannschaft fühlt sich in diesem System einfach wohl, wir haben ja viele schnelle Spieler, wenn das Umschaltspiel funktioniert, dann läuft es bei uns."

Brendel wahrscheinlich bis Ende der Saison FSV-Trainer

Der FSV hat sich durch den Sieg gegen Balingen zunächst einmal aus dem Tabellenkeller der Regionalliga Südwest verabschiedet. "Wir brauchen jetzt aber Zeit, um uns wirklich zu festigen und um den Spirit der vergangenen Spielzeit wieder aufzubauen", so Brendel. Diesen Spirit habe er in der bisherigen Saison noch gar nicht gesehen. Auf Trainersuche geht der FSV erst einmal nicht. Brendel macht es selbst. "Das macht auch in finanzieller Hinsicht Sinn".

Wie es ausschaut, wird Brendel den FSV wohl bis zum Saisonende trainieren. Mit dem 4:0 gegen Balingen ist ein erster Schritt gemacht. Schon am Samstag (14 Uhr) steht das nächste Spiel an, beim Tabellennachbarn VfR Aalen. Dort wird sich zeigen, ob beim FSV vielleicht dauerhaft wieder die Lichter angehen.