Thomas Brendel vom FSV Frankfurt

Nach der Corona-Quarantäne wartet auf den FSV Frankfurt ein absolutes Mammutprogramm in der Regionalliga Südwest. Trainer Thomas Brendel muss dabei einen schwierigen Spagat bewältigen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Brendel: "Müssen auf die Gesundheit der Spieler achten"

FSV-Frankfurt-Trainer Thomas Brendel schaut skeptisch
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Hinter dem FSV Frankfurt liegen turbulente Wochen - jedoch nicht aus sportlicher Sicht. Seit knapp einem Monat hat der Regionalligist kein Spiel mehr absolviert. Der Grund: ein massiver Corona-Ausbruch im Verein. Gleich mehrere Spieler und Betreuer wurden positiv getestet. Ab diesem Freitag kehrt nun wieder so etwas wie Normalität am Bornheimer Hang ein. Es ist aber auch gleichzeitig der Beginn eines schwierigen Spagats für FSV-Trainer Thomas Brendel.

Kurz zu den Fakten: Ab dem Freitag starten die Frankfurter wieder mit dem Training. Nur noch ein Spieler wird sich dann weiterhin in häuslicher Isolation befinden. Der Rest des Kaders steht zur Verfügung. Das Problem ist jedoch, dass bei sieben von acht FSV-Spielern nicht nur ein positiver Test vorlag - sondern sie auch deutliche Symptome hatten. Der Start ins Training gestaltet sich hier also schwierig.

"Aus medizinischer Sicht verantwortungslos"

"Wir müssen auf die Gesundheit der Spieler achten", gibt Trainer Brendel im Gespräch mit dem hr-sport schon jetzt die Richtung für die nächsten Trainingswochen vor. Am Dienstag steht noch einmal ein sportmedizinischer Test für die acht Corona-Positiven an. Fest steht für Brendel aber jetzt schon: "Es wäre aus medizinischer Sicht verantwortungslos, diese Spieler wieder direkt ins normale Training zu schicken."

Brendels Problem, und hier beginnt der schwierige Spagat: Er braucht diese Spieler. Bereits am 27. Februar in Gießen (14 Uhr) steht das nächste Pflichtspiel an, danach warten in einem knappen Monat elf (!) Partien auf den FSV. Für solche Wochen wurde das Wort "Mammutprogramm" quasi erfunden.

Gleich zwei Torhüter unter den Infizierten

"Was soll ich dazu sagen?", fragt Brendel mit Blick auf die nächsten Begegnungen: "Ich weiß nicht, ob es so etwas schon einmal gegeben hat. Wichtig wird sein, mit welchem Kader wir in diese Spiele gehen können. Wir können für diese Situation nichts. Da kann mir keiner erzählen, dass das alles Sinn macht."

Ein Beispiel dabei: Zwei Torhüter waren unter den Infizierten. Ohne Keeper lässt es sich aber schwer Fußball spielen. Was ist, wenn sich deren Nachwirkungen als schwieriger herausstellen? "Bei den Torhütern müssen wir schauen, wie das geht. Die brauchen wir dringend", beschreibt es Brendel eindringlich.

Brendel will beides im Blick behalten

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Thomas Brendel, Trainer des FSV Frankfurt
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Sollte wirklich gar nichts gehen in Sachen Kaderzusammenstellung, wollen sich die FSV-Verantwortlichen nochmal an die Regionalliga wenden. Es geht hier schließlich auch um einen großen Traum: Die Frankfurter befanden sich vor der Corona-Pause auf Aufstiegsrang eins, hatten eine beeindruckende Serie hinter sich. Das alles droht sich nun im Nichts aufzulösen.

Brendel will daher, so gut es eben geht, auf beides achten. "Ich hoffe nicht, dass wir aufgrund der Situation, sportlich nicht mehr an das anknüpfen können, was wir vorher erreicht hatten", erklärt er und schiebt direkt hinterher: "Wir müssen aber schauen, dass wir beides im Blick haben: die sportliche Situation und aber auch den Umstand, dass wir die infizierten Spieler wieder heranführen."