Gino Parson von Eintracht Stadtallendorf ist ein waschechter Rekordhalter - mit 41 Jahren. Der Grund dafür: ein 70-minütiger Regionalliga-Einsatz und ein Tor. Der Familienvater will jetzt aber mehr.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Gino Parson: Ein klassisches Müller-Tor

Gino Parson
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Wer mit 41 Jahren noch auf dem Fußballplatz kickt, macht das meistens zum Karriereausklang in der untersten Liga - oder direkt bei den Alten Herren. Nicht so Gino Parson. Er ist immer noch voll dabei, aktuell beim Regionalligisten Eintracht Stadtallendorf spielender Co-Trainer - und nun sogar ein Rekordhalter!

Der Grund: Am Wochenende traf Parson bei der 2:4-Niederlage der Eintracht gegen Schott Mainz zum zwischenzeitlichen 2:0. Als 41-Jähriger überhaupt noch aufzulaufen - und dann auch noch zu knipsen: Das gab es beides noch nie in der Regionalliga Südwest. Ein Tor mit Wirkung, ganz klar. "Mein Handy hat nicht aufgehört zu rappeln. Viele Freunde und Verwandte haben sich gemeldet", berichtet der gebürtige Gießener im Gespräch mit dem hr-sport.

Ein klassisches Müller-Tor

Dass er gegen Mainz Geschichte geschrieben hat, war dem zweifachen Familienvater dabei nicht direkt bewusst. "Ich habe erst später mitbekommen, dass es ein Rekord war. Das hat mir ein Freund geschickt", so Parson. Und das Tor? Das hat er sich ein klein wenig bei einem absoluten Top-Star abgeschaut. "Ich habe die Pike hingehalten, sodass der Ball über den Torhüter fiel. Es war mehr oder weniger ein Reflex von mir - so ein Müller-Tor!"

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Gino Parson: Wie es zu seinem Einsatz kam

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Aber wie kam es überhaupt dazu, dass der 41-Jährige sogar von Beginn an auf dem Platz stand? "Wir haben einige verletzte Spieler", erklärt Parson, der eigentlich als spielender Co-Trainer in Stadtallendorf agiert. "Und wir hatten vorne einen Engpass."

"Es hat gezwickt am nächsten Tag"

Vor der Saison hatte das hessische Urgestein noch überlegt, seinen Spielerpass bei einem unterklassigen Verein abzugeben, um noch weiter kicken zu können. Die Eintracht lehnte das aber ab. Keine schlechte Entscheidung. "Der Trainer hat mir einen Tag vorher Bescheid gesagt und so kam mein Regionalliga-Debüt zustande", berichtet Parson, der nebenbei als Bauleiter in einem Planungsbüro arbeitet.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Gino Parson über sein Alter

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Nach 70 Minuten war das Rekord-Spiel für ihn vorbei. Nebenwirkungen inklusive. "Es hat auf jeden Fall gezwickt am nächsten Tag", berichtet er ehrlich. Aber: Man wird nicht einfach so Rekordspieler. Der Angreifer stieg direkt aufs Rad, strampelte die Strapazen aus den Beinen und schuftete obendrauf noch ein wenig im Fitnessstudio. Von nichts kommt schließlich nichts.

Als nächstes ein Tor gegen ein Topteam?

Und: Parson hat jetzt Blut geleckt. "Ich hätte nichts dagegen, gegen den OFC oder ein anderes Topteam zu treffen. Ich mache das alles auch mit, um Einsatzzeiten zu bekommen. Ich bin keiner, der das Standby macht und sagt: Schaun mer mal. Ich will spielen, egal wie alt ich bin." Das wollen viele. Die wenigsten machen es aber wie Gino Parson in der Regionalliga Südwest.