Spieler des FC Gießen machen einen Kreis.
Der FC Gießen spielt in der neuen Saison in der Regionalliga. Bild © Imago Images

Hinter dem FC Gießen liegen zwei turbulente Tage. Nachdem der Regionalligist die Preise für die Dauerkarten erhöht hatte, beschwerten sich die Anhänger lautstark. Nun rudert der Verein zurück.

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Die Spieler des FC Gießen jubeln

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Ticket-Zoff in Gießen: "Unsere Kalkulation hat sich als Fehler herausgestellt"

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Erst die Entscheidung, dann der Wirbel, dann die Einsicht. So oder so ähnlich könnte man beschreiben, was rund um den FC Gießen in den letzten Tagen los war. Die Zutaten für reichlich turbulente 48 Stunden beim Fußball-Regionalligisten, die Marketingleiter Dirk Schäfer am Ende zu der Feststellung brachten: "Wir wollen die Fans nicht verprellen, wir brauchen die Fans." Was war passiert? Am besten man erzählt die Geschichte der Reihe nach.

Im Frühjahr stieg der FC Gießen aus der Hessenliga in die Regionalliga auf. So weit, so schön. Neben dem sportlichen Prestige bringt so ein Aufstieg aber auch finanzielle Aspekte mit sich. Fahrten, Hotels, Gehälter für die Kicker - alles wird teurer. Dazu muss das Waldstadion der Hessen modernisiert werden. Den Großteil davon muss der Verein aus der eigenen Tasche bezahlen. Die Rede ist von 100.000 Euro, nur für das Stadion. Kurzum: Geld muss her.

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Doppelter Preis für eine Dauerkarte

Die Idee der Vereinsverantwortlichen war schnell gefunden: eine Erhöhung der Ticketpreise für die neue Saison. An sich keine verwerfliche Idee, schließlich kommen durch den Aufstieg auch interessante Mannschaften ins Waldstadion. Nur: Die Gießener Verantwortlichen entschieden sich für eine - vorsichtig ausgedrückt - ziemlich erhebliche Erhöhung. Eine Dauerkarte im Stehplatzbereich sollte den FC-Fan statt 90 Euro nun 180 Euro kosten. Zu viel für die Anhänger der Hessen. Die ließen ihre Wut auf der Facebook-Seite des Vereins ab, den zudem aufgeregte Mails und Anrufe erreichten.

Das wiederum rief die FC-Verantwortlichen erneut auf den Plan. Die rechtfertigten die Preiserhöhung zuerst in einem weiteren Post bei Facebook, der nun bereits wieder gelöscht ist, hatten am Dienstagabend dann aber nach reichlich Hin-und-her doch ein Einsehen und korrigierten die Preise für den Stehplatzbereich. Statt 180 Euro kostet die Dauerkarte nun doch nur 140 Euro. Der Club rechnet mit 200 verkauften Saisontickets.

Verein hat "noch einmal reflektiert"

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Ticket-Zoff beim FC Gießen: "Es war eine sehr aufregende Zeit"

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"Wir haben unsere Ticketpreise für die kommende Saison noch einmal reflektiert, mit anderen Vereinen verglichen und uns dazu entschieden, im Stehplatzbereich die Preise nach unten zu korrigieren", heißt es nun in einer Vereinsmitteilung.

Schäfer betrachtet die letzten zwei Tage im Gespräch mit dem hr-sport rückblickend positiv: "Es war eine sehr aufregende Zeit und es hat uns gezeigt, dass wir in der Bevölkerung einen sehr hohen Stellenwert genießen." Mit einer so heftigen Reaktion der Anhänger hatte Schäfer nach eigener Aussage nicht gerechnet.

Das Geld, das nun in der Kalkulation fehlt, soll über andere Kanäle reingeholt werden. "Der Plan ist, dass wir jetzt andere Töpfe aufmachen müssen im Bereich der Investoren und Sponsoring. Aber das wird uns gelingen, da sehe ich gar keine Probleme." Und die Fans sind inzwischen schließlich auch wieder versöhnt.