Jahrelang stand Daniel Endres zwischen den Pfosten von Kickers Offenbach. Nach einem Jahr in Alzenau hat der Torhüter nun beim FSV Frankfurt angeheuert. Schon im ersten Pflichtspiel winkt ein Titel – und auch für die Zeit nach seiner Karriere ist vorgesorgt.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Daniel Endres über den Start beim FSV Frankfurt

Daniel Endres
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179 Spiele in der Regionalliga, 15 in der 2. Bundesliga, fünf im DFB-Pokal – und alle hat sie Daniel Endres für einen einzigen Verein abgespult: Kickers Offenbach. Der Torwart, der gebürtige Offenbacher, der schon in der Jugend für den OFC Bälle fing und zudem über Drittliga-Erfahrung verfügt, hatte sich in mehr als zwei Jahrzehnten vom Eigengewächs zum jahrelangen Rückhalt gemausert. Nach einem Intermezzo bei Bayern Alzenau in der vergangenen Saison fügt der 35-Jährige nun die dritte Station zu seiner Vita hinzu: den FSV Frankfurt.

Einen Vorgeschmack auf das, was ihn beim Regionalligisten aus dem Stadtteil Bornheim erwartet, bekam Endres Anfang dieser Woche. Am Montag war der FSV in die Sommervorbereitung gestartet – vor 120 Zuschauern, was gerade in Corona-Zeiten ein bemerkenswerter Zuspruch ist. Mit einem ausgeklügelten Hygienekonzept hatte es der Club seinen Fans möglich gemacht, Endres und Co. beim Trainingsauftakt aus halbwegs nächster Nähe beobachten zu können.

Daniel Endres: "Die Menschen haben den FSV Frankfurt vermisst"

"Wir ziehen uns immer noch in drei Kabinen um, es ist noch kein Alltag eingekehrt. Aber dieser Schritt, zusammen trainieren zu können, tut sehr gut", sagt Endres im Gespräch mit dem hr-sport. "Es kribbelt wieder in einem, und man weiß, wofür man sich in den vergangenen Monaten fitgehalten hat. Das gibt einem ein Gefühl, das man sich nicht kaufen kann. Die Menschen hier in Frankfurt haben den Fußball vermisst, den FSV vermisst. Hier gibt es zahlreiche Anhänger, die den Verein mit Herzblut verfolgen."

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FSV-Testspiel vor Zuschauern

Der FSV Frankfurt hat am Samstag ab 14 Uhr den Bayern-Regionalligisten Viktoria Aschaffenburg zum ersten Vorbereitungsspiel der Saison 2020/2021 zu Gast. Bei diesem Vorbereitungsspiel wird der FSV Frankfurt auch sein erarbeitetes Hygiene- und Zuschauerkonzept für den Spielbetrieb testen. Dafür öffnet der Fußballsportverein die Haupttribünen-Blöcke A und B und bietet maximal 95 Sitzplatztickets an. Alle Tickets sind personalisiert.

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Nach seinem Abschied von den Kickers im Sommer 2019 hatte sich Endres dem damaligen Regionalliga-Aufsteiger Alzenau angeschlossen, absolvierte dort bis zum coronabedingten Abbruch der Saison 21 Pflichtspiele als Stammkeeper und Kapitän. Sein Trainer im ersten Halbjahr: Angelo Barletta, der mittlerweile den OFC übernommen hat. "Die Zeit in Alzenau war insgesamt sehr positiv", blickt Endres zurück.

Erst Konkurrenzkampf, dann Laufbahn als Torwarttrainer

"Aber ich bin an einem Punkt angekommen, an dem ich mich entscheiden muss, wohin der Weg geht." Der 35-Jährige strebt nach der aktiven Zeit eine Karriere als Torwarttrainer an, das Angebot des FSV, so erzählt er, sei gerade deshalb genau das richtige gewesen. In Bornheim blüht Endres vorher aber ein Konkurrenzkampf um den Stammplatz zwischen den Pfosten.

Thomas Brendel, der Trainer und Sportliche Leiter, erhofft sich von ihm und dem zehn Jahre jüngeren Kenan Mujezinovic ein "Top-Torhütergespann". Eine klare Nummer eins? Scheint es – zumindest zu diesem frühen Zeitpunkt der Vorbereitung – noch nicht zu geben. "Ich bin hierher gekommen, um zu spielen", sagt Endres. "Ich bin fast auf dem Niveau, das ich erreichen kann."

42 Spiele und mehr – dem FSV blüht eine XXL-Saison

Was hingegen die großen Saisonziele der Mannschaft angeht, hält sich der Keeper noch zurück. Das Team müsse sich erst einmal finden, kennenlernen, was in Anbetracht von bislang neun Neuzugängen keine schlechte Idee sein dürfte. Fest steht nur: Den Frankfurtern steht eine XXL-Runde bevor, mit allein 42 Saisonspielen in der Regionalliga Südwest, plus weiteren im Hessen- und möglicherweise ja auch im DFB-Pokal, sollte sich der Club am Finaltag der Amateure am 22. August für die erste Hauptrunde Mitte September qualifizieren. "Es wird entscheidend sein, dass man eine gute Breite im Kader hat", sagt Endres. "Es ist nicht möglich, an die 50 Spiele lang sein Maximum abzurufen."

Mindestens vier dieser rund 50 Spiele, das ist gewöhnliche Spielplanarithmetik, wird Endres mit dem FSV gegen seine beiden Ex-Clubs absolvieren: einerseits gegen Alzenau, andererseits gegen Offenbach, seine Geburtsstadt und fußballerische Heimat. Am ersten Dezember-Wochenende wird es zumindest in der Liga erstmals soweit sein. "Das ist eines dieser Spiele, auf die ich mich sehr freue", sagt der Torhüter. "Es wird eine besondere Atmosphäre für mich. Aber weil es auch dort drei Punkte gibt, sollte man das Ganze nur als ein Fußballspiel sehen."