Daniel Endres vom FSV Frankfurt.

Zwölf Spieler des FSV Frankfurt erkranken an Corona - unter ihnen Daniel Endres. Im Gespräch berichtet er von der harten Zeit und appelliert an die Einhaltung der Maßnahmen.

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Daniel Endres beim Interview
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Die Schmerzen wurden so stark, dass er Schmerztabletten nehmen musste. Doch selbst die halfen nicht. Daniel Endres, Torhüter vom Regionalligisten FSV Frankfurt, erkrankte im Februar an Corona - wie gleich elf weitere Mitspieler. "Das ist gar nicht zu beschreiben, wie hart dieser Schmerz war - vor allem in den Beinen. Es war nicht auszuhalten. Erst nach dem sechsten Tag habe ich gemerkt: Mein Körper hat den Kampf gewonnen", sagt der 35-Jährige im Gespräch mit dem hr-sport.

Endres ist nun wieder in den Spiel- und Trainingsbetrieb zurückgekehrt. Doch viele seiner Mitspieler können immer noch nicht wieder Sport treiben, drei von ihnen klagen weiterhin über Lungen- und Atemprobleme. Alle sind in ihren Zwanzigern, ansonst topfit und hatten keine Vorerkrankungen. FSV-Trainer Thomas Brendel sagt: "Wir haben einen Fall, der seit vier Wochen in diesem Modus ist. Die Kurzatmigkeit ist in den Wochen danach noch zu spüren."

Zwei Stunden gemeinsam in der Kabine

Den Zeitpunkt des Ausbruchs können die Frankfurter genau ausmachen, allerdings sind sie auch ratlos, wie sich das Virus so schnell verbreiten konnte. Am 30. Januar wurde das Spiel gegen den TSV Steinbach Haiger aufgrund der Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt. Die Frankfurter begaben sich dann mit ihrem Kader aus 18 Mann in die Kabine.

Keeper Endres sagt: "Wir saßen noch alle zwei Stunden zusammen. Allerdings mit Maske und Abstand. Danach wurde der erste krank, der zweite ... es ist wie Feuerwerk abgebrannt und keiner weiß so richtig warum." Auch Trainer Thomas Brendel betont, dass die Mannschaft alle Hygiene-Richtlinien eingehalten hatte.

Trainer Brendel sagt: "Kein Punkt ist wichtiger als eure Gesundheit"

Den Frankfurtern brach fortan ein Großteil der Mannschaft weg - und fehlt weiterhin. Vielen Spielern geht es zwar wieder besser, aber fit genug für Leistungssport sind sie noch nicht. Dennoch werden die Frankfurter aufgrund der Nachholspiele von der Terminhatz extrem gefordert. Derzeit haben sie eine Spieltaktung wie Mannschaften, die im Europapokal antreten - allerdings mit einem dezimierten Regionalliga-Kader.

"In den restlichen Spielen wird es hart, immer Leistung zu bringen", gibt auch Keeper Endres zu. Der FSV liegt immer noch im Rennen um den Aufstieg: Zwar haben die Frankfurter acht Punkte Rückstand auf den Tabellenersten, allerdings drei Spiele weniger absolviert. Das Team will oben dran bleiben, doch Coach Brendel hat seinen Spielern schon eine Botschaft mit auf dem Weg gegeben: "Ich habe den Jungs gesagt: Kein Punkt, den wir in dieser Saison noch holen, ist wichtiger als eure Gesundheit."

Ein Ex-Kollege vermisst seit sieben Monaten den Geruchssinn

Sowohl für den Trainer als auch für den genesenen Endres hat der Corona-Ausbruch beim FSV zu einem veränderten Blick auf das Virus geführt. "Man vergisst mit der Zeit, wie gefährlich Corona wirken kann. Aber ich habe es am eigenen Leib erfahren müssen", sagt Endres. "Auch in meinem privaten Umfeld gibt es viele Leute, die Corona als Grippe darstellen. Ich nehme es nun ganz anders wahr." Ein ehemaliger Mannschaftskollege habe seit sieben Monaten immer noch keinen Geruchs- und Geschmackssinn und klage über Lungenprobleme.

Die Frankfurter appellieren deshalb daran, sich an die Maßnahmen zu halten: Masken tragen, Abstand halten. Ihr Fall zeigt auch noch einmal: Das Virus macht selbst vor Hochleistungssportlern und jungen Athleten keinen Halt. In den Worten von Daniel Endres: "Wir müssen alles dafür tun, um irgendwann aus dieser Sache rauszukommen."