Saison-Abbruch? Geisterspiele? Oder doch weiter warten? Eine Tagung der Fußball-Regionalligisten endete ergebnislos. Der TSV Steinbach Haiger setzt in diesen Wochen aber weiterhin auf das Prinzip Hoffnung und fordert die nötige Geduld.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Abbruch kann nur der letzte Ausweg sein"

Das Stadion von Steinbach Haiger
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Videokonferenzen, lange Telefonate, ständige Gespräche mit Vereinen, Politik und Gesundheitsämtern - und am Ende gibt es keine konkreten Ergebnisse zu vermelden. Die 91 Vereine der fünf Regionalligen tagten am Freitag in einer Video- und Telefonkonferenz und über allem stand die Frage: Wie geht es in Zeiten der Coronakrise weiter?

Steinbach spielte bis zur Coronakrise eine starke Saison

Auch der TSV Steinbach Haiger kann keine konkrete Antwort darauf geben. Dabei lief es bei der Mannschaft bis zur Saison-Unterbrechung am 12. März so gut: Tabellendritter in der Regionalliga Südwest mit Tuchfühlung auf Spitzenreiter 1. FC Saarbrücken und Favorit im Hessenpokal im Halbfinale beim FC Gießen. Matthias Goerg, Geschäftsführer Sport und Finanzen, gab im hr-sport zu: "Aus sportlicher Sicht ist die Unterbrechung natürlich brutal. Wir hoffen, dass die Saison fortgesetzt wird und wir unsere Ziele erreichen können."

Der Fußball habe aber einen schwierigen Spagat zu meistern. Einerseits dürfe sich der Sport in dieser gesellschaftlich so dramatischen Lage nicht "zu wichtig" nehmen: "Es ist Demut bei uns eingekehrt. Wir wissen, dass andere Sachen im Mittelpunkt stehen." Andererseits aber schmerzt die Tatsache, den Ball nicht rollen zu sehen: "Trotzdem hoffen wir, dass wir den Fußball – die schönste Nebensache der Welt – bald wieder genießen können."

Georg gegen einen schnellen Saisonabbruch

Georg plädierte dafür, die nötige Geduld zu bewahren: "Ein schneller Saisonabbruch wäre fahrlässig, sofern eine realistische Möglichkeit besteht, die Saison zu einem viel späteren Zeitpunkt noch zu Ende zu spielen." Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) habe die Formalitäten dafür geöffnet, die Spielzeit auch über den 30. Juni hinaus beenden zu können. Georg kritisierte daher die Rufe Einzelner nach schnellen Entscheidungen: "Da habe ich das Gefühl, dass manche Vereine nur auf sich schauen."

Doch eine Sorge eint die Teams, unabhängig davon, ob sie nun aus Steinbach, Saarbrücken, Offenbach oder Elversberg kommen: Die wirtschaftlich angespannte Lage. "Die Situation ist natürlich prekär, wenn alle Einnahmen wegbrechen, der Kostenapparat aber weiterläuft", so Georg. Durch Gehaltsverzicht des Profis, Verantwortlichen und Kurzarbeit der weiteren Mitarbeiter könne zwar kurzfristig etwas durchgeatmet werden. Auf Dauer gesehen ist der Betrieb auf diese Art allerdings nur schwer am Leben zu halten.

Zweigeteilite 3. Liga als Lösung?

Als Ausweg könnte daher der Vorschlag eines Regionalligisten dienen. So wurde kurz über den am Freitagnachmittag durchgesickerten Plan, die 3. Liga in eine Nord- und Süd-Staffel mit jeweils 20 Mannschaften zu teilen, gesprochen. "Das Konzept hat viele interessante Ideen, die dem Großteil der Vereine helfen würden. Hoffentlich befasst sich der DFB damit", forderte Georg. Über eine Lösung müsse allerdings auf anderer Ebene verhandelt werden: "Wir dürfen nie vergessen, dass wir über eine 3. Liga sprechen und da gehören wir nicht dazu."