Nach dem Unentschieden gegen Hoffenheim hat Hessen Kassels Trainer Tobias Damm zu einer regelrechten Wutrede angesetzt. Themen: die geringe Zuschauerzahl und der schlechte Zustand des Platzes.

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Damm: "Ich möchte, dass die Fans zahlreich ins Stadion kommen"

Tobias Damm, Trainer von Hessen Kassel
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Als Tobias Damm am Sonntag nach dem Regionalliga-Spiel von Hessen Kassel gegen die U23 der TSG Hoffenheim (0:0) in der Pressekonferenz zum Mikrofon griff, hatte er einiges auf dem Herzen. Über mehrere Minuten regte sich der KSV-Trainer leidenschaftlich auf.

"Wir diskutieren hier über 1.248 Zuschauer. Das hat die Mannschaft nicht verdient", sagte er mit Blick auf die seiner Meinung nach zu geringe Zuschauerzahl im Auestadion. "Wir haben eine junge Mannschaft und die hat die Unterstützung absolut verdient, weil sie sich jeden Tag den Arsch aufreißt für den gesamten Verein."

Platz laut Damm "eine absolute Katastrophe"

Außerdem ärgerte sich der 38-Jährige über die Platzverhältnisse. "Eine absolute Katastrophe, dieser Platz. Er war in einem desolaten Zustand. So kann überhaupt kein Spielfluss stattfinden." Fast folgerichtig gab es in der Partie eine Nullnummer.

"Natürlich war der Frust sehr groß", sagte Damm einen Tag später im Gespräch mit dem hr-sport rückblickend. Inhaltlich blieb er jedoch bei seiner Kritik. "Es ist sehr enttäuschend. Die Region Nordhessen ist riesengroß, Fußball wird hier gerne gesehen. Deshalb möchte ich, dass die Fans zahlreich ins Stadion kommen." Am Sonntag hatte der KSV das Problem der Sport-Konkurrenz in der eigenen Stadt: Die Kassel Huskies spielten zur selben Zeit in den DEL2-Playoffs, hinzu kam das Handball-Länderspiel.

In Sachen Platzverhältnisse hat Damm erste positive Signale bekommen, dass in den nächsten Tagen etwas getan werden soll. Das betrifft übrigens nicht nur den Rasen im Stadion: "Unser Trainingsplatz ist auch nicht optimal."

Hessenpokal-Spiel beim FSV Frankfurt

Für die Nordhessen stehen ohnehin erst einmal zwei Auswärtsspiele an. Das erste ist das Hessenpokal-Viertelfinale am Mittwoch (19 Uhr) bei Liga-Konkurrent FSV Frankfurt. "Klar hat der FSV den Heimvorteil, aber die Duelle in der Regionalliga sind alle auf Augenhöhe. Es wird ein interessantes Spiel. Die Chancen stehen 50/50", so Damm.

In der Liga geht es für Kassel am 2. April (14 Uhr) auswärts in Walldorf weiter, bevor man am 6. April (19 Uhr) beim Heimspiel gegen die U23 von Mainz 05 sehen wird, ob Damms Appell an die Zuschauer gefruchtet hat. Der Coach hat übrigens angekündigt, seine Wutrede nicht mehr wiederholen zu wollen - auch, wenn es erneut eine enttäuschende Kulisse geben sollte. "Ich werde es jetzt nicht mehr großartig thematisieren. Was die einzelnen Personen daraus machen, kann ich nicht beeinflussen."

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Hessenpokal-Viertelfinale am Mittwoch

Das Spiel des KSV Hessen Kassel beim FSV Frankfurt am Mittwoch (19 Uhr) ist die Top-Partie des Hessenpokal-Viertelfinals. Zur selben Zeit treffen Eintracht Stadtallendorf und der TSV Steinbach sowie der FSV Fernwald und Kickers Offenbach aufeinander. Komplettiert wird das Viertelfinale am 14. April (17.30 Uhr) vom Spiel Bayern Alzenau gegen Fulda-Lehnerz.

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