Ingmar Merle

Mit seinem Wahnsinnstor aus 51 Metern brachte Ingmar Merle den KSV Hessen Kassel gegen Homburg am vergangenen Wochenende auf die Siegerstraße. Die Nominierung zum Tor des Monats könnte bald folgen.

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Ein kurzer Blick, ein trockener Schuss, eine lange, lange Flugbahn – und dann der Jubel. Mit seinem Traumtor aus 51 Metern zum 1:0 war Hessen Kassels Ingmar Merle beim 2:1-Sieg gegen den FC Homburg der unbestrittene Man of the Match. Und hatte anschließend gut lachen. "Ein Highlight im Fußballjahr brauche ich, normalerweise ist das ein Freistoßtor oder so etwas. Dieses Jahr habe ich früh mit dem Highlight angefangen", so Merle im Gespräch mit dem hr-sport.

Normal war an diesem Highlight jedoch wenig. Aus 51 Meter Entfernung, noch kurz vor der Mittelinie, zog Merle ab. Und 51 Meter weiter vorne schlug der Ball im rechten Winkel ein, touchierte sogar noch den Innenpfosten - "Tor des Monats"-Material, keine Frage.

Merles Erfolgsrezept: Die Erfahrung. "Ich bin ja nicht mehr der Jüngste", so Merle. "Wenn ich sehe, dass der Torwart zu weit draußen steht und ich in einer guten Position bin, versuche ich es halt. Ein bisschen schießen kann ich ja auch."

"Da habe ich auch schon gerufen: Schieß!"

Eine ziemliche Untertreibung, dafür müsste man nur bei Homburg-Keeper David Salfeld nachfragen. Besagter Salfeld hatte gleich zu Beginn oft ein paar Schritte zu weit vor seinem Kasten gestanden, so Merle. Was kurioserweise fast dazu geführt hätte, dass nicht Merle, sondern sein Mannschaftskollege Brian Schwechel sich am Sonntagsschuss versucht hätte. "In der fünften, sechsten Minute gab es ich einen ähnlichen Moment. Brian war in einer guten Halbposition vor mir, hatte den Ball und ein paar Meter Platz, da habe ich auch schon gerufen: Schieß!", so Merle.

Schwechel aber schoss nicht, und so war es wenig später Merle selbst, der zum Sonntagsschuss ansetzte und traf. Manchmal im Training versuche er so ein kleines Kunststück, auch im Auestadion habe er sein Glück schon probiert. Als der Ball nun im Tor lag, "musste ich im ersten Moment trotzdem zweimal gucken, ob er drin ist." Klar, bei der Distanz. Und der Rest war Jubel.

Tor des Monats? "Es hat sich noch niemand gemeldet."

Das Wichtigste dabei: Die drei Punkte. In einer außergewöhnlichen Saison, die die Spieler oft an die Belastungsgrenze bringt, sei der Dreier wichtiger als der eigene Treffer. "In der Liga gucken wir nach unten und nach oben, es ist alles sehr eng", so Merle, der mit dem KSV aktuell auf Rang 13 liegt. "Aber man muss klar sagen: Wir spielen gegen den Abstieg und müssen frühzeitig unsere Punkte holen."

Erst die Pflicht also, dann die Kür. Diese könnte im Falle Merle aber tatsächlich das Tor des Monats sein, denn dass landesweit noch viele noch schönere Tore in den nächste Wochen fallen, scheint eher ausgeschlossen. Auch wenn Merle beteuert: "Es hat sich noch niemand gemeldet."

Die Veredelung des Highlights?

Gut möglich aber, dass das demnächst passiert. Und der KSV Hessen Kassel seit Sebastian Schmeers Fallrückzieher 2016 mal wieder ein "Tor des Monats" verbuchen kann. Und das wäre dann doch wirklich ein echtes Highlight.