Die Verantwortlichen der SG Barockstadt Fulda Lehnerz sind enttäuscht vom HFV.

Die SG Barockstadt Fulda Lehnerz muss nach einem Gerichtsentscheid in der Hessenliga bleiben. Hat ausgerechnet der Hessische Fußball-Verband den Aufstieg in die Regionalliga verhindert?

Es droht ein heftiger Streit zwischen der SG Barockstadt Fulda Lehnerz und dem Hessischen Fußballverband (HFV). Der Fall? Komplex. Der Hessenligist unterlag mit seinem Antrag am Donnerstagabend vor dem Landgericht Mannheim und darf nicht in die Regionalliga Südwest aufsteigen.

Fulda-Manager Möller kritisiert HFV

"Was uns jetzt, nachdem alle Fakten auf dem Tisch liegen, allerdings mehr als ratlos und enttäuscht zurücklässt, ist das Verhalten des Hessischen Fußballverbandes. Im Zuge des Gerichtsverfahrens hatten wir Einsicht in die Protokolle der Versammlung der Regionalliga Südwest und dort steht schwarz auf weiß, dass die finale Stimme an der die Aufstiegsfrage gescheitert ist, vom HFV selbst kam", teilte Manager Sebastian Möller am Freitag in einer offiziellen Pressemeldung mit.

Am Ende habe bei der Abstimmung ein 4:3 gegen den Aufstieg von Fulda gestanden. Möller verwies auf "Presse und interne Verbandstreffen", bei denen sich der HFV eigentlich "deutlich pro Aufsteiger" positioniert hatte: "Während die Verbände Baden, Württemberg und Südbaden meines Wissens bereits im Vorfeld gegenüber den Vereinen kommuniziert haben, gegen Aufsteiger zu stimmen und die Verbände Rheinland, Südwest und Saarland für Aufsteiger, war der HFV das Zünglein an der Waage."

"Maßlos enttäuscht" über das Verhalten des HFV

Möller drückte seine Entrüstung über diesen Kenntnisgewinn deutlich aus: "Über die Gründe möchte ich nicht spekulieren, aber man hätte ja zumindest einfach von Beginn an den Anstand haben können und sagen, wir wollen euch nicht als Aufsteiger, dann hätten wir gewusst woran wir sind, aber so sind wir einfach nur maßlos enttäuscht und das jetzt weniger über das Ergebnis vor Gericht, als mehr über das Verhalten der Verbandsspitze des HFV."

Der Hessische Fußballverband verschickte am Freitagnachmittag die folgende Stellungnahme:

Im Rahmen der Gesellschafterversammlung der Regionalliga Südwest wurde ein Beschluss gefasst, der die Voraussetzungen für die sportliche Qualifikation als Aufsteiger in die Regionalliga Südwest 2021/22 zum Gegenstand hatte. Der Beschluss und die zugehörige Abstimmung in der Gesellschafterversammlung der Regionalliga Südwest GbR basierten auf einem externen Rechtsgutachten. Dieses bezog sich wesentlich auf die konkreten Regelungen und Vorgaben der Regionalliga Südwest GbR. Dessen Inhalt ist daher nicht gleichzusetzen, mit der vom HFV in Bezug auf den Aufstieg getroffene Entscheidung. Zudem bezog es auch die Frage des durch mögliche Aufsteiger ausgelösten potentiellen Abstiegs anderer Vereine der Regionalliga Südwest mit ein.
Unabhängig davon hat sich der HFV stets dazu bekannt, einen Aufsteiger in die Regionalliga zu melden, wenn die Möglichkeit dafür durch die Regionalliga gegeben ist. 

Für Nachfragen war der HFV für den hr-sport zunächst nicht mehr zu erreichen.