Die Offenbacher Kickers jubeln gegen Hoffenheim.

Tabellenführer und bislang ohne Gegentor - den Offenbacher Kickers ist in der Regionalliga Südwest ein Traumstart gelungen. Trainer Angelo Barletta sieht trotzdem noch Verbesserungsbedarf.

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Angelo Barletta
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Zehn Punkte, sieben Tore, kein Gegentreffer, Tabellenführer der Regionalliga Südwest - die Bilanz der Offenbacher Kickers nach vier Spieltagen kann sich mehr als sehen lassen. "Für den Moment sind wir sehr zufrieden", sagt Trainer Angelo Barletta gewohnt bescheiden. Bei seinen Spielern klingt das ein klein wenig anders.

Mittelfeldmann Tunay Deniz hat aktuell "Riesenspaß": "Wir sind alle überglücklich." So war etwa die Stimmung nach dem 3:0-Heimsieg am vergangenen Samstag gegen die Zweitvertretung der TSG Hoffenheim entsprechend gelöst, Neuzugang Francesco Calabrese musste beim Interview mit dem Vereins-TV gar eine Wasserdusche seiner feiernden Kollegen über sich ergehen lassen.

Vorteil gegenüber anderen Teams

Auch weil es schon der vierte überzeugende Auftritt der Kickers im vierten Saisonspiel war - lediglich beim unglücklichen 0:0 gegen Bahlingen am ersten Spieltag ließ der OFC bislang Punkte liegen. Torhüter Stephan Flauder musste noch nicht ein Mal hinter sich greifen. Trainer Barletta sieht einen Vorteil für den starken Saisonstart darin, dass es sein Team bislang mit Mannschaften zu tun hatte, die noch nicht eingespielt waren - etwa Absteiger Großaspach oder eben die Profi-Reserve von Hoffenheim.

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Tunay Deniz
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Barletta sieht noch viel Arbeit

Überhaupt war der Coach auch nach dem letzten Sieg bemüht, seine Mannschaft nicht zu sehr zu loben. "Wir haben sehr viele Sachen gesehen, die nicht Erster-Platz-like aussahen. Es ist noch einiges zu arbeiten." Dabei hat er selbst den entscheidenden Grundstein für den Erfolg gelegt: Nach dem Corona-bedingten Abbruch der Saison 2019/2020, die für den OFC ohnehin zum Vergessen war, holte Barletta sein Team bereits Ende Juni wieder zusammen. In der ungewöhnlich langen Vorbereitung wuchs das Kollektiv zusammen, das nun zum Höhenflug ansetzt.

Jetzt hat der 43-Jährige in Offenbach eine weitere Aufgabe: Die gestiegenen Erwartungen dämpfen. "Ich wäre froh, wenn wir vier Spieltage vor Schluss Erster wären", will er die aktuelle Tabellenführung nicht zu hoch bewerten. Spieler Deniz tut es seinem Chef gleich: "Momentan schaue ich ehrlich gesagt nicht auf die Tabelle", sagt er, um im Anschluss noch die Floskel "von Spiel zu Spiel denken" nachzuschieben.

Kurze Verschnaufpause

Und von diesen Spielen gibt es in dieser Mammut-Saison der Regionalliga Südwest viele - denn weil es keine Absteiger, dafür aber vier Aufsteiger aus den Oberligen gab, treten 22 Teams an. Immerhin steht für den OFC dieser Tage mal keine Englische Woche auf dem Programm.

"Dieses Mal haben wir zumindest ein paar Tage mehr Zeit. Es geht in den nächsten Tagen darum, den Akku aufzuladen", so Mathias Fetsch, gegen Hoffenheim mit zwei Toren der Matchwinner, im Vereins-TV. Am kommenden Freitag (19 Uhr) soll dann in Balingen die Tabellenführung verteidigt werden - und die Offenbacher Weste möglichst weiß bleiben.