OFC-Fans zünden Pyrotechnik am Bornheimer Hang
OFC-Fans sorgen für dichten Nebel am Bornheimer Hang. Bild © Imago

Die Offenbacher Kickers müssen nach mehreren Vergehen der Fans tief in die Tasche greifen. In insgesamt sieben aufgelisteten Fällen ist vom Hitler-Gruß bis zu fliegenden Mayonnaise-Flaschen fast alles dabei.

Die Fans der Offenbacher Kickers haben ihrem Verein einen echten Bärendienst erwiesen. Wie der OFC am Montag mitteilte, verurteilte das Sportgericht der Regionalliga Südwest den Verein wegen unsportlichen Verhaltens der Fans in gleich sieben Fällen zu einer Geldstrafe von 18.000 Euro. Eine extrem hohe Summe für einen Viertligisten. "Das trifft uns hart", sagte Geschäftsführer Christian Fiori im Gespräch mit dem hr-sport.

OFC bittet Fans zur Kasse

Die ursprünglich auf 25.000 Euro taxierte Strafzahlung konnte nach Darlegung eines Maßnahmenpakets zur Verhinderung weiterer Ausschreitungen gesenkt werden. 4.000 Euro der Strafe soll der Verein nun in präventive Maßnahmen stecken. Bislang wurden zudem bereits fünf Stadionverbote verhängt, Regressansprüche an die Fans werden vorbereitet. "Wir werden jetzt auflisten, was die Probleme sind und intensiv gegensteuern", so Fiori.

Eine Auflistung der besonderen Art hat der Verband bereits vorgenommen. Dem OFC werden folgende sieben Vergehen vorgeworfen:

  • Beim Auswärtsspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 flogen Feuerzeuge, Münzen und Bierbecher in Richtung des Schiedsrichterassistenten.
  • Im Heimspiel gegen den FSV Frankfurt kam es zu verbalen Auseinandersetzungen, dabei beleidigten einige OFC-Fans die gegnerischen Anhänger als "Judenschweine"
  • Beim Heimspiel gegen Stadtallendorf flog eine Fahnenstange aufs Spielfeld.
  • Beim Auswärtsspiel in Mannheim wurden eine Rauchbombe und ein Leuchtfeuer gezündet. Ein Feuerzeug flog in den Torraum.
  • Im Heimspiel gegen Saarbrücken hissten Fans ein Banner mit der Aufschrift "Landser", zwei Personen zeigten den Hitler-Gruß.
  • Beim Auswärtsspiel gegen den FSV Frankfurt wurden zahlreiche Bengalos, Rauchtöpfe und insgesamt 15 Leuchtraketen entzündet. Gegnerische Spieler wurde mit einer gefüllten Mayonnaise-Flasche, Taschentüchern, Feuerzeugen und Bierbechern beworfen.
  • Im Heimspiel gegen Koblenz wurde der Schiedsrichter mit einem Feuerzeug beworfen

OFC-Fans droht ein Fangnetz

Da das Sportgericht jeden Fall einzeln behandelt und bestraft hat, könne für jedes Vergehen eine exakte Summe berechnet werden, so Fiori. Auf die beiden Personen, die den Hitler-Gruß zeigten, könne dementsprechend eine Zahlung von je 800 Euro zukommen. Die Krawalle beim FSV schlagen mit insgesamt 2.500 Euro zu Buche.

In intensiven Gesprächen und mit Hilfe von Fanprojekt und Fanbeirat sollen die Fans im Vorlauf der neuen Saison noch einmal sensibilisiert und zur Vernunft gebracht werden. "Vielleicht machen wir eine Veranstaltung gemeinsam mit dem Sportgericht", so Fiori. Als Ultima Ratio müsse vor die heimische Stehplatz-Gegentribüne eine engmaschiges Fangnetz gespannt werden. Vor Fankurven nicht unüblich, das Alleinstellungsmerkmal der ungewöhnlichen Nähe zum Spielfeld wäre dahin. "Das ist die größte Drohung, aber das will eigentlich keiner." Derart zahlreiche Verfehlungen der Fans allerdings auch nicht.

Sendung: hr-iNFO, 11.06.18, 11 Uhr