Adrian Alipour vom TSV Steinbach Haiger

Der TSV Steinbach Haiger liegt in der Regionalliga Südwest weiter auf Aufstiegskurs und stellt im Hintergrund die Weichen für die Zukunft. Mit Trainer Adrian Alipour soll es in die 3. Liga gehen. Das Stadion wäre gerüstet.

Passend zum Valentinstag verkündete der TSV Steinbach Haiger am Sonntag die frohe Kunde: Der mittelhessische Regionalligist und Trainer Adrian Alipour wollen auch in Zukunft zusammenbleiben und weiter an der gemeinsamen Erfolgsstory werkeln. Der ursprünglich zum Saisonende auslaufende Vertrag des 42-Jährigen wurde um zwei Jahre bis Sommer 2023 verlängert. Der aktuelle Spitzenreiter und der Erfolgscoach haben noch viel vor.

"Ich bin nicht angetreten, um jedes Mal irgendwie unter den ersten Fünf zu landen", formulierte Alipour am Dienstag im Gespräch mit dem hr-sport seine Ambitionen. "Wir haben keine Lust, ewig in der Regionalliga zu bleiben."

Das Stadion wächst an

Heißt: Der TSV Steinbach Haiger, der bis zum Sommer 2018 nur TSV Steinbach hieß, legt allmählich die Zurückhaltung ab und will erstmals in seiner Geschichte in den bezahlten Fußball aufsteigen. Die ganz große Eile, das betonte Alipour ebenfalls, gebe es zwar nicht. Und auch in dieser Spielzeit sei der Meistertitel und die damit verbundene Beförderung in die dritte deutsche Profiliga kein Muss. "Wir sind aber ein ambitionierter Verein und wollen uns verbessern. Mittelfristig ist die 3. Liga das Ziel."

Damit für den Fall der Fälle alles vorbereitet ist und der TSV die möglichen Gegner aus Kaiserslautern, vom SV Wehen Wiesbaden oder Waldhof Mannheim nicht auf einem fremden Platz begrüßen muss, laufen auch im Hintergrund die Vorbereitungen auf Hochtouren. Das Stadion am Haarwasen, das offiziell Sportzentrum genannt wird, hat an den Kopfseiten zwei neue Tribünen erhalten. Die aktuelle Kapazität soll so von derzeit 4.999 auf die erforderlichen 10.000 erweitert werden.

Noch hat zwar niemand genau nachgezählt, wie ein Vereinssprecher erklärte. Auch die entsprechenden und obligatorischen Bestätigungen seitens der zuständigen Verbände seien noch nicht eingeholt worden. Sobald das Coronavirus eingedämmt ist, Fans wieder zugelassen sind und der TSV eine Klasse höher spielt, wird das Stadion aber alle Anforderungen erfüllen. "Hier ist alles darauf ausgelegt, in der 3. Liga zu spielen", so Alipour.

Alipour will nicht jammern

Bis es soweit ist, ist es allerdings noch ein weiter Weg. Corona-bedingt wurde die Regionalliga Südwest auf 22 Teams aufgebläht. Nach mehrwöchiger Lockdown-Pause im vergangenen Jahr beendet der TSV erst am Mittwoch (14 Uhr) bei der Bundesliga-Reserve des VfB Stuttgart offiziell die Hinrunde. Insgesamt müssen die Mittelhessen bis zum für Mitte Juni geplanten Ende der Spielzeit noch 22 Partien absolvieren. Ein Mammutprogramm. Und ein Grund zum Jammern? Mitnichten.

"Wir sind froh und glücklich, dass wir überhaupt unserem Job nachgehen dürfen. Von mir aus können wir alle zwei Tage spielen", fasste Alipour die Lage zusammen. Ein demütiger und motivierter Trainer bei einem ehrgeizigen Verein. It's a match.