Auf 180: Lucas Hermes (links) von Kickers Offenbach im Spiel bei Wormatia Worms

Nach dem ernüchternden Saisonauftakt ärgern sich die Offenbacher Kickers über sich selbst - und über die Spielweise des Gegners. Trainer Alexander Schmidt zieht dabei den Unmut des Wormser Publikums auf sich.

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Kickers und Kassel verlieren zum Auftakt

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0:1 bei Aufsteiger Wormatia Worms - den Start in die neue Saison der Fußball-Regionalliga Südwest hatten sich die Offenbacher Kickers ganz anders vorgestellt. Entsprechend bedient waren Spieler und Trainer am Sonntag nach dem Abpfiff.

"Es war ein ganz hässliches Spiel von beiden Mannschaften. Wormatia hat nicht viel für das Spiel getan. Das ist aber auch legitim, denn sie haben 1:0 geführt", sagte Björn Jopek im vereinseigenen Interview. Die gegnerische Spielweise, die Jopeks Kollegen als "giftig" (Jayson Breitenbach) und "clever" (Lucas Hermes) beschrieben, war OFC-Trainer Alexander Schmidt ein Dorn im Auge.

"Bitter, dass wir uns dem Niveau angepasst haben"

"Das Spiel des Gegners war sehr auf zerstören angelegt, viele lange Bälle. Wir hatten mit einem spielerischen Ansatz gerechnet, aber das war nicht der Fall", sagte er auf der Pressekonferenz. Tatsächlich kassierten die Kickers in der 18. Minute nach einem langen Ball und schlampiger Abwehrarbeit das 0:1 durch Daniel Kasper, und fanden danach kaum ins Spiel. Die wenigen Chancen, die man sich erarbeitete, blieben ungenutzt - die beste ließ Kapitän Sebastian Zieleniecki rund zehn Minuten vor Schluss liegen.

Und so legte Schmidt in seinen Ausführungen nach: "Alles in allem sehr enttäuschend für uns. Bitter, dass wir so ein Spiel verlieren und uns dem Niveau dann im Prinzip angepasst haben." Im PK-Raum, in dem offenbar nicht nur Medienvertreter, sondern auch Heimfans anwesend waren, sorgte diese Aussage für Raunen und Diskussionen.

Nächstes Spiel schon am Freitag

"Wenn ihr ein gutes Fußballspiel gesehen habt ... Ich habe kein gutes Fußballspiel gesehen. Das ist meine Meinung", konterte Schmidt mit einem gequälten Lächeln. Zum Schluss ergriff er dann erneut das Wort, um die Wormser zu besänftigen: "Versteht mich nicht falsch, aber ich habe heute einfach kein gutes Spiel gesehen. Weder von uns, noch von euch. Aber ihr habt es gewonnen, das gibt euch recht."

Am Ende gab es den obligatorischen Handschlag mit Wormatia-Trainer Max Mehring ("Für uns war das heute die Art und Weise, die die Punkte bringt") und man ging friedlich auseinander. Allzu lange sollten sich die Kickers ohnehin nicht mit der Auftaktpleite aufhalten: Schon am Freitag (19 Uhr) geht es für den OFC, der in der Liga einer der Aufstiegsfavoriten ist, mit dem Heimspiel gegen die Zweitvertretung der TSG Hoffenheim weiter.