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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Der Spielbetrieb in der Regionalliga Südwest ruht bis mindestens Ende November

Imago FSV

Die Regionalliga Südwest hat Gewissheit - im November wird der Spielbetrieb ausgesetzt. Einen Plan wie es weitergehen soll, gibt es aber schon - auch für die sechs hessischen Clubs.

Seit Tagen warten Fans und Verantwortliche in der Regionalliga Südwest auf eine Entscheidung, jetzt steht fest: Die bis zum 30. November angesetzten Spiele werden abgesetzt. Das teilte die Regionalliga Südwest am Mittwoch mit. Ab 1. Dezember soll der Ball dann wieder rollen - allerdings nur, wenn bereits zwei Wochen zuvor ein Trainingsbetrieb möglich ist.

Das Problem: In der Regionalliga Südwest spielen neben sechs hessischen Clubs auch Teams aus vier weiteren Bundesländern. Während die hessischen Mannschaften von der Landesregierung als Profis eingestuft werden und damit auch im aktuellen Teil-Lockdown trainieren und spielen dürften, sind bei den Clubs in Rheinland-Pfalz die Sportplätze gesperrt. Dort werden etwa die zweite Mannschaft des FSV Mainz 05, die TuS RW Koblenz und der FK Pirmasens als Amateurclubs eingestuft.

Ärger in Offenbach

"Das ist unglaublich", sagte Joachim Wagner, Präsident von Kickers Offenbach, im Gespräch mit dem hr-sport. "Das ist ein absolutes Armutszeugnis und ziemlich das Negativste, was entschieden werden konnte." Der Club hatte sich bereits im Vorfeld der Entscheidung klar positioniert und mit einem offenen Brief auf die Fortsetzung der Saison gedrängt.

"Der Verband hat mit keinem seiner Mitglieder gesprochen oder sie mit einbezogen", betonte Wagner. Er warf der Regionalliga Südwest neben mangelnder Kommunikation auch vor, sich nicht genug für die Belange der Clubs eingesetzt zu haben. "Jetzt haben wir eine Entscheidung, die keinem Verein hilft."

"Wirtschaftlich sinnvolle Entscheidung"

Anders sehen das die Verantwortlichen beim TSV Steinbach Haiger. "Wirschaftlich ist das eine sinnvolle Entscheidung", sagte Geschäftsführer Arne Wohlfarth dem hr-sport. "Dass jeder Sportler Fußball spielen will, steht außer Frage. Aber Geisterspiele hätten Lücken im Budget hinterlassen." Jetzt habe der Club auch sportlich Planungssicherheit. Ob das Training vorerst ausgesetzt und dann erst in ein paar Wochen wieder aufgenommen wird, soll am Mittwoch entschieden werden.

Wie es beim FSV Frankfurt in den kommenden Wochen weitergeht, ist seit der Entscheidung der Regionalliga am MIttwochvormittag klar. "Wir schicken unsere Spieler und Mitarbeiter in Kurzarbeit", sagte Präsident Michael Görner dem hr-sport. Die Aussetzung des Spielbetriebes habe den Club nicht überrascht.

Über Alternativen nachdenken

"Das ist die richtige Entscheidung. Denn wenn eine gewisse Anzahl von Vereinen nicht teilnehmen kann, dann macht es keinen Sinn, weiter zu spielen", betonte Görner. Die Bornheimer sehen sich in der Regionalliga Südwest als Teil einer Solidargemeinschaft. "Und da versuchen wir, uns an die Spielregeln zu halten." Görner hofft aber auch, dass die kommenden Wochen sinnvoll genutzt werden. "Wir erwarten, dass man sich jetzt schon Gedanken macht, wie die Liga dann weitergehen kann", sagte er.

Klar ist, Geisterspiele wären für den FSV nur schwer vorstellbar. "Wir möchten nicht ohne Zuschauer spielen", so Görner. "Aber wir wissen nicht, wie die Pandemielage im Januar oder Februar ist. Deshalb müssen wir uns Gedanken machen, ob es Alternativen gibt zum 'Weiterspielen, als ob es nichts wäre' oder zum Totalabbruch." Auch ohne Spielbetrieb wartet in den kommenden Monaten also viel Arbeit auf die Liga und ihre Clubs.