Die hessischen Sportplätze sind wegen der Coronakrise leer. Diskussionen gibt es dennoch.

Saisonabbruch oder irgendwann weiterspielen? Wegen Corona steht auch der Hessische Fußball-Verband vor einer schwierigen Entscheidung. Klar ist nur: Einen Schnellschuss gibt es nicht – Meinungsverschiedenheiten unter den Mitgliedern allerdings schon.

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Die Coronavirus-Pandemie hat derzeit die gesamte Welt fest im Griff. Auch im Fußball stellt sich deshalb auch außerhalb des Profibereichs bei den hessischen Amateurkickern die Frage: Wann rollt der Ball wieder bei den 2.110 Vereinen mit knapp 11.000 Mannschaften von der Hessenliga bis zur Kreisliga C?

Der Druck auf den Hessischen Fußball-Verband (HFV) wurde von Seiten einzelner Trainer, die mit ihren Teams noch im Aufstiegs- oder Abstiegskampf stecken, zuletzt immer größer. Die aktuell unterbrochene Spielzeit fortsetzen oder sofort abbrechen? Eine schnelle Entscheidung des HFV wird von Clubs und deren Machern erwartet.

HFV mahnt in einem Rundschreiben zur Geduld

Doch mit einem Schnellschuss ist zunächst einmal nicht zu rechnen. Frank Illing, Vorsitzender des Verbandsausschusses für Qualifizierung und Vereinsentwicklung, erklärte in Absprache mit dem Präsidium in einem Rundschreiben an alle Trainerinnen und Trainer, weshalb der Verband Zeit und Geduld benötige. "Wir wollten damit klarmachen, dass alle stillhalten sollen", sagte Illing auf Nachfrage des hr-sport.

"Unsere Satzung sieht einen hessenweiten Saisonabbruch gar nicht vor. Daher musste diese Option zunächst vor allem auch haftungsrechtlich geprüft werden", heißt es in dem Schreiben. Was viele HFV-Mitglieder offenbar nicht wissen: Sollten sich Präsidium und Verbandsvorstand auf einen Abbruch einigen, könnten sie mit ihrem Privatvermögen für den dadurch entstehenden Schaden einzelner Vereine haftbar gemacht werden.

Ein außerordentlicher Verbandstag müsste einberufen werden

Sprich: Die Klagewelle, die dadurch drohen könnte, wäre wohl riesengroß und für einzelne Personen möglicherweise existenzgefährdend. Die Entscheidung über einen Abbruch der Spielzeit könne nur durch einen "außerordentlichen Verbandstag", an dem die ehrenamtlich tätigen Verbandsmitarbeiter von ihrer Haftung befreit werden, vorangetrieben werden.

"Mindestens vier Wochen" beträgt die Ladungsfrist, frühestens Mitte Mai könnten sich also alle gemeinsam an den runden Tisch setzen. Dies sei aber noch nicht angedacht. Bei einer solchen Tagung müsste auch darüber geurteilt werden, wie mit Auf- und Abstiegen umzugehen ist.

Noch besteht Hoffnung auf eine Fortsetzung der Saison

Rund ein Drittel der Saison steht noch aus, auch in den Spielklassen unterhalb der beiden höchsten Ligen nehmen Zuschauer- und Sponsorengelder eine wichtige Rolle ein. Brisante Diskussionen sind also zu erwarten.

Man habe daher noch "ein wenig Hoffnung, die Saison doch noch irgendwie fortführen zu können". Illing mahnte aber erneut zur Geduld: "Wir müssen auch die Entwicklung in dieser Corona-Krise abwarten."