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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Schiri-Schläger aus Münster erhält Haftstrafe auf Bewährung

Schiedsrichter im Fußball Symbolbild

Der 28-Jährige, der einen Schiedsrichter bei einem Amateurspiel bewusstlos geschlagen hat, wurde nun in einem Strafprozess verurteilt. Im Gerichtssaal entschuldigte er sich für die Tat. Sein Opfer leidet bis heute.

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hessenschau vom 25.06.2020
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Am Donnerstagvormittag ist beim Strafprozess am Amtsgericht Dieburg gegen den Hobbykicker des FSV Münster, der bei einem Spiel der Kreisliga C Dieburg im vergangenen Herbst einen Schiedsrichter brutal angegriffen hatte, das Urteil verkündet worden. Der 28-Jährige erhält wegen gefährlicher Körperverletzung eine Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Der Spieler wurde vom Gericht zudem im Rahmen seiner Bewährung angewiesen, an einem Anti-Aggressionstraining teilzunehmen und 200 Stunden gemeinnützige Arbeit abzuleisten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Opfer nimmt Entschuldigung an

Das Gericht sei nach der Beweisaufnahme davon ausgegangen, dass die Tat als gefährliche Körperverletzung zu bewerten sei, weil sie als eine "das Leben gefährdende Handlung" durch den Angeklagten anzusehen sei, hieß es in der Urteilsbegründung. Auch für die medizinischen Sachverständigen sei der Schlag des Angeklagten gegen den Kopf des Opfers lebensgefährdend gewesen.

Noch vor dem Urteil hatte sich der Spieler beim Schiedsrichter entschuldigt. Er schäme sich für seine Tat, so 28-Jährige. Sein Opfer nahm die Entschuldigung an. Der Faustschlag habe beim 22-Jährigen zwar keine physischen Folgen mehr - dafür aber psychische.

Schiedsrichter pfeift keine Spiele mehr

Seit dem Vorfall hat der junge Unparteiische kein Spiel mehr gepfiffen, obwohl er eigentlich ein Zeichen setzen und weiter pfeifen wollte. Er schaffe es aber einfach nicht mehr, so der 22-Jährige. Es tue ihm weh, nicht mehr seiner Leidenschaft nachgehen zu können.

Bereits im November 2019 war der 28-jährige Spieler wegen des Vorfalls für drei Jahre gesperrt worden. Zudem wurde sein Verein für ein halbes Jahr vom Spielbetrieb ausgeschlossen. Der Amateur-Kicker war damals zur Anhörung erschienen, hatte sich aber nicht zu dem Fall geäußert.

"Angriff auf den Amateurfußball"

Der Schiedsrichter, der nach der Attacke bewusstlos war und mit dem Rettungshubschrauber abgeholt werden musste, hatte damals von einem "Angriff auf den Amateurfußball" gesprochen. Der 22-Jährige musste mehrere Tage im Krankenhaus behandelt werden.

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Sendung: hr3, 25.06.2020, 15.10 Uhr