Collage mit hessischen Szenen aus dem DFB-Pokal
Aus hessischer Sicht ging das DFB-Pokal-Wochenende nicht ohne Drama über die Bühne. Bild © Imago/Collage: hessenschau.de

Eine Fast-Sensation in Baunatal, ein Ante Rebic mit Eintracht-Rekord und "brutale Enttäuschung" beim SV Wehen Wiesbaden. So lief das DFB-Pokal-Wochenende der hessischen Clubs.

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Bei allem Respekt, aber sonderlich viele aufregendere Fußballspiele wird Maximilian Blahout in seiner Karriere bislang nicht erlebt haben. Der 23-Jährige in Diensten des KSV Baunatal kickte vor seiner Zeit beim KSV für den FSC Lohfelden und den OSC Vellmar, sein Alltag heißt Hessenliga. Umso schöner, dass Blahout im DFB-Pokal-Spiel gegen den VfL Bochum nun in nur 14 Minuten die gesamte Palette der großen Fußballemotionen durchlebte.

Zunächst war Blahout der Unglücksrabe, als er mit einer arg riskanten Grätsche einen Elfmeter verursachte. Wenig später war es der Abwehrspieler, der mit einem wunderbaren Kopfball für den Ausgleich sorgte. From Zero to Hero, und das vor 5.700 Zuschauern.

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Einen Rückblick auf das hessische Pokal-Wochenende mit vielen emotionalen Bildern sehen Sie am Montagabend auch im heimspiel! im hr-fernsehen. Beginn der Sendung ist um 23.15 Uhr.

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Auch wenn es letztlich knapp nicht zur Sensation gegen den Zweitligisten reichte und Baunatal, obschon über weite Strecken der Partie die bessere Mannschaft, unglücklich mit 2:3 verlor: Blahout und Co. werden diesen Tag wohl trotzdem nicht so schnell vergessen. Ähnliches gilt übrigens für die Bier- und Wurstverkäufer vor Ort. Nach 8.500 Flaschen Bier und 5.000 Stadionbratwürsten dürfte der eine oder andere (ehrenamtlich tätige) Mitarbeiter nun erst einmal urlaubsreif sein.

Schnellster Hattrick der Eintracht-Pokalgeschichte

Verhinderte Pokalhelden gab es auch andernorts. Etwa Waldhof Mannheims Jan Hendrik Marx. Marx hat in Summe fünf Jahre für Eintracht Frankfurts großen Rivalen Kickers Offenbach gespielt und man kann getrost davon ausgehen, dass der 24-Jährige in den Kneipen Offenbachs lebenslang Freibier genossen hätte, wäre sein traumhaftes Weitschusstor zum 3:2 nicht noch gedreht und die Eintracht so aus dem Pokal gekickt worden.

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Dass das nicht der Fall war, lag vor allem daran, dass sich Frankfurts Ante Rebic rechtzeitig daran erinnerte, dass er ein ganz formidabler Fußballer ist. Rebic fiel in der ersten Halbzeit vor allem durch Lustlosigkeit sowie einen per Vollspann ins Publikum gepfefferten zweiten Ball auf. Als es dann darauf ankam, war der kroatische Vizeweltmeister aber zur Stelle und schnürte in 12 Minuten den schnellsten Hattrick der Frankfurter Pokalgeschichte. Fun Fact: Drei seiner vor dem Waldhof-Spiel vier Pokaltore für die Hessen erzielte Rebic in den Finals 2017 und 2018. Der Mann weiß einfach, wann es drauf ankommt.

"Ich bin unheimlich stolz und brutal enttäuscht"

Pokaltore kommen für den SV Wehen Wiesbaden erst einmal keine mehr dazu. Was bitter ist, denn der tapfere Zweitligist hatte Bundesligaaufsteiger 1. FC Köln am Rande einer Niederlage. "Ich bin unheimlich stolz und brutal enttäuscht", fasste SVWW-Coach Rüdiger Rehm kurz nach dem 5:6 nach Elfmeterschießen die Gefühlslage beim SVWW treffend zusammen.

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Rehm wird sich damit trösten können, dass die Moral seiner Mannschaft ganz offensichtlich stimmt. Den kölschen Doppelschlag zum 0:2 glichen die Wiesbadener durch einen Doppelpack von Jeremias Lorch aus, und man darf wohl mit Fug und Recht behaupten, dass sich nicht jeder Zweitligist nach einem 0:2-Nackenschlag so in die Partie zurückgekämpft hätte.

Gleiches gilt für das 3:3 durch Daniel Kofi Kyereh kurz vor Abpfiff der Verlängerung. "Am Ende hat die glücklichere Mannschaft gewonnen“, so Rehm. Das mag sein, aber die Art und Weise, wie sein Team das Spiel bestritt, könnte sich in einer für den SVWW holprig begonnenen Zweitligasaison noch als wertvoll erweisen.

Lilien im Stile einer Spitzenmannschaft

Sehr viel weniger Aufregung gab es bei Darmstadt 98. Im Stile einer Spitzenmannschaft fegten die Lilien die überforderten Oberneuländer aus dem Stadion, 6:1 hieß es am Ende beim Fünftligisten. Besondere Schmankerl dabei: Das schöne Hackentor von Dreifach-Torschütze Serdar Dursun und der Weitschuss-Hammer von Fabian Schnellhardt zum 1:0. Und vor allem die Location der Pressekonferenz nach dem Spiel, die im Oberneuländer Vereinsheim vor einer improvisierten Werbewand an hölzernen Stehtischen stattfand. Der Pokal hat eben nicht nur seine eigenen Gesetze, sondern auch seinen ganz eigenen Charme.

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