Die Spieler der Eintracht mit Maske.

Mit Eintracht Frankfurt und Darmstadt 98 beziehen am Mittwoch gleich zwei hessische Teams das von der DFL vorgeschriebene Quarantäne-Trainingslager. Wie läuft das ab und was dürfen die Spieler? Die Antworten.

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Markus Anfang mit Maske
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Bei Trainingslagern denken viele an Bundesligisten auf Kanu-Touren, an Teambuilding im Wildwasserkanal oder gemeinsame Klettertouren. Anders ist das bei denen, die am Mittwoch starten – die Quarantäne-Trainingerslager der Erst- und Zweitligisten. Das Ziel: weitere Spielabsagen verhindern und die Saison trotz der Pandemie zu Ende bringen.

Dafür zieht die Frankfurter Eintracht in das Luxushotel Villa Kennedy – und dort in einen eigenen Trakt. "Wir halten uns natürlich zu 100 Prozent an die Regeln, die die Bundesliga, die DFL aufgestellt hat", sagte Trainer Adi Hütter. Für das Team gilt deshalb: keine privaten Kontakte, alle halten sich nur in der Bubble auf, täglich gibt es Corona-Schnelltests, zweimal wöchentlich die genauere PCR-Variante.

Keine Brettspiele

Im Bus geht's zum Training und anschließend wieder zurück, im Hotel können die Spieler sich noch behandeln lassen. Auch hier gilt, möglichst Kontakte vermeiden. Während die Bundesliga-Konkurrenz aus Hoffenheim Brettspiele für das Trainingslager geordert hat, setzt die Eintracht darauf, dass sich die Spieler eigenständig beschäftigen.

Bei Darmstadt 98 hat Trainer Markus Anfang ebenfalls keinen Spielekoffer mit ins Quarantäne-Hotel genommen. "Früher hätte man gesagt, die Jungs nehmen sich mal ein Buch mit. Ich weiß nicht, wer das noch macht", sagte der Coach. "Das wäre eine Maßnahme, aber wahrscheinlich werden sie sich eher an den Laptop setzen."

Training soll Struktur geben

Lange Spieleabende in großer Runde sind auch den Lilien-Profis ohnehin nicht gestattet. Im Hotel in Gernsheim beziehen sie Einzelzimmer, gegessen wird mit Abstand an Zweiertischen und zum Training ans Böllenfalltor fahren sie – anders als die Eintracht – nicht im Bus, sondern mit dem eigenen Auto. Coach Anfang hofft, dass die Einheiten zusätzliche Struktur schaffen. "Wir werden versuchen, die Trainingseinheiten so zu legen, dass sie den Tag füllen", sagte Anfang.

Um gegen den Lagerkoller anzukämpfen, werden die Lilien aber zumindest eine Tischtennisplatte, einen Billardtisch und eine Dartsscheibe zur Verfügung stellen. "Wenn da ausreichend gelüftet wird und immer nur zwei Jungs mit ausreichend Abstand spielen, ist das okay", sagte Teammanager Michael Stegmayer.

Den Begriff Trainingslager findet er für die anstehenden zehn Tage ohnehin nicht so passend, schließlich fehlt all das, was ein Trainingslager sonst besonders macht. "Eigentlich sollen sich die Jungs da ja besser kennenlernen", so der Coach. Das entfällt jetzt – oberste Prämisse ist schließlich Social Distancing, und möglichst wenig Kontakte. "Es ist eher ein Quarantäne-Hotel." Und da ist die einzige Teambuilding-Maßnahme: Gemeinsam gesund bleiben.