Zwei junge Fußballer des SV Teutonia Köppern
Beim SV Teutonia Köppern kicken alle gemeinsam. Bild © SV Teutonia Köppern

Der SV Teutonia Köppern gilt als Vorbild in Sachen Inklusion. Im "Team United" des Vereins kicken Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam. Das Projekt der Hessen wird nun mit der Sepp-Herberger-Urkunde bedacht.

Jedes Jahr trägt der SV Teutonia Köppern sein inklusives Fußball-Camp in den hessischen Sommerferien aus. Jedes Jahr kann man dabei und danach in glückliche Gesichter schauen. Das Motto "Wir kicken gemeinsam" ist Programm und zeigt die Maxime, die die Veranstalter seit Jahren verfolgen.

Im schweizerischen Spiez werden kommenden Mittwoch die Sepp-Herberger-Urkunden verliehen. 13 Preisträger erhalten in den Kategorien Behindertenfußball, Resozialisierung, Schule und Verein, Fußball Digital sowie Sozialwerk die mit Geld- und Sachpreisen in einer Gesamthöhe von 58.000 Euro dotierten Auszeichnungen. Platz eins in der Kategorie Behindertenfußball belegt Teutonia Köppern.

Keine Berührungsängste

Seit sechs Jahren gibt es die inklusive Fußballmannschaft Team United. "Aber begonnen hat alles schon viel früher“, berichtet Trainer und Macher Bruno Pasqualotto. 2010 war der einstige BVB-Profi noch Jugendtrainer bei der Teutonia. "Da ist ein Junge mit einer geistigen Behinderung zu uns zum Training gekommen", so Pasqualotto. Der Junge sei zunächst zwar etwas verunsichert gewesen, habe sich aber schnell im Team zurechtgefunden. "Dann hat es noch drei Jahre gedauert, bis wir eine inklusive Mannschaft installiert haben."

Im Team United kicken Spielerinnen und Spieler mit und ohne Behinderung zusammen – ohne Berührungsängste, ohne Vorbehalte. Die Freude am Fußballspielen steht im Vordergrund, bringt Abwechslung und mehr gegenseitiges Verständnis.

Fußball-Camp als Highlight

Das Projekt des SV Teutonia ist eine Erfolgsgeschichte. "Wir haben mit fünf Spielern angefangen, jetzt sind es 52", sagt Pasqualotto stolz. Das Alter der Spielerinnen und Spieler liegt zwischen acht und 42 Jahren. Immer wieder stehen Freundschaftsspiele auf dem Programm. Außerdem geht das Team bei Freizeitturnieren an den Start. Doch das alljährliche Highlight ist nach wie vor das inklusive Fußball-Camp.

Vier Tage lang kommen wie zuletzt 60 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zusammen. "Im Vordergrund unseres Camps stehen natürlich der Fußball und der gemeinsame Spaß am Sport. Allerdings gehört auch der respektvolle Umgang aller Teilnehmenden, das Eingehen des etwas Stärkeren auf den vermeintlich Schwächeren, sowie das Fair Play in der Gruppe zum täglichen Programm", skizziert Pasqualotto das Credo der Initiative.

Sendung: hr3, 04.04.2019, 13.30 Uhr